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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen mit REACH die Sicherheitsdatenblätter strukturell angepasst werden, auch wenn keine inhaltlichen Änderungen vorliegen?

KomNet Dialog 5134

Stand: 07.06.2010

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Einstufung, Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt > Sicherheitsdatenblatt

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Frage:

Die inhaltlichen Änderungen des Sicherheitsdatenblattes (SDB) werden dann zum Tragen kommen, wenn Informationen zu den unten zitierten Punkten vorliegen. Im Vergleich zum heutigen SDB ändert sich jedoch auch die Struktur mit Tausch der Reihenfolge der Kapitel 2 und 3. Ist dieses wirksam ab 01.06.2007 und muss sofort umgesetzt werden, auch wenn sich inhaltlich zunächst gar nichts ändert? Inhaltlich neu zum Sicherheitsdatenblatt kommen die folgenden Angaben: - Registriernummer, die nach Artikel 20 Abs. 1 vergeben wird, - Angaben zur Verwendung, wenn ein Stoffsicherheitsbericht vorgeschrieben ist (für Stoffe ab 10 Tonnen pro Jahr), - Angabe des Expositionsgrenzwertes DNEL (Derived No-Effect Level), der die Expositionshöhe angibt, unterhalb derer der Stoff zu keiner Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit führt, - Angabe der Konzentration des Stoffes, unterhalb deren für den betroffenen Umweltbereich keine schädlichen Wirkungen zu erwarten sind. Diese Konzentration wird als vorhergesagte Konzentration, bei der keine Wirkung auftritt (PNEC – Predicted No-Effect Concentration) bezeichnet, - Expositionsszenario (entwickelt aus Stoffsicherheitsbeurteilung) als Anhang zum Sicherheitsdatenblatt für Stoffe, für die ein Stoffsicherheitsbericht erstellt wurde. Die Verabschiedung der REACH-Verordnung erfolgte am 18.12.2006 – und tritt somit zum 01. Juni 2007 in Kraft.

Antwort:

Die Anforderungen an das Sicherheitsdatenblatt (SDB) sind in der REACH-Verordnung in Artikel 31 und Anhang II formuliert. Dabei wurden die bisherigen Anforderungen, die sich schon aus der Richtlinie 91/155 ergeben haben, übernommen und durch neue Angaben ergänzt.
Weder in der RL 91/155 noch in der neuen Verordnung ist die Reihenfolge der Angaben verbindlich festgeschrieben. Es hat sich allerdings als hilfreich erwiesen, die vorgeschlagene Reihenfolge der Angaben zu beachten. In der Praxis verhilft die einheitliche Struktur der Sicherheitsdatenblätter, die benötigten Informationen überschaubar und schnell auffindbar darzustellen. Zudem vereinfacht die einheitliche Darstellung eine Übermittlung auf elektronischen Datenträgern.
Da die Reihenfolge der Informationen nicht festgelegt ist, muss nicht zwingend jedes SDB angepasst werden. Aus pragmatischen Gründen kann eine Anpassung dann erfolgen, wenn eine Überarbeitung des SDB erforderlich ist. Dies ist dann der Fall, wenn die in der REACH-Verordnung genannten zusätzlichen Angaben, z.B. Registriernummer, Expositionsgrenzwerte oder neue Informationen zu Gefährdungen oder zum Risikomanagment eingearbeitet werden müssen. Die Aktualisierung muss unverzüglich erfolgen (Art. 31 9.).