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Gibt es auch BCF-Werte, oberhalb derer nicht mehr von einer Bioakkumulation ausgegangen wird?

KomNet Dialog 5085

Stand: 31.01.2007

Kategorie:

Dialog
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Frage:

vPvB Stoffe: Gibt es auch BCF-Werte, oberhalb derer nicht mehr von einer Bioakkumulation ausgegangen wird, weil diese Werte als nicht aussagekräftig angesehen werden? (z. B. BCF 100.000)

Antwort:

Im OECD-Guideline Test wird die Bioakkumulation von Substanzen im Muskel- und Fettgewebe von Fischen bestimmt und mit der Konzentration im umgebenden Medium Wasser verglichen. Der Quotient liefert den Anreicherungsfaktor BCF (bioconcentration factor).
Anhang XIII der REACH-VO definiert, dass ein Stoff dann als bioakkumulativ (B) gilt, wenn der BCF > 2.000 ist und als sehr bioakkumulativ (vB) bei einem BCF > 5.000.
Da nicht für alle Stoffe experimentelle BCF-Studien vorliegen, wird der Verteilungskoeffizient zwischen Octanol und Wasser log Kow als Hilfsgröße oder Sreening Factor verwendet. Hier muß man aber bedenken, dass es sich um ein statisches Gleichgewichtsverhältnis handelt, während der Fisch eine Substanz auch aktiv ausscheiden oder abbauen ( = metabolisieren) kann.
Die gemessenen oder berechneten log Kow-Werte liegen für sehr lipophile Substanzen durchaus im Bereich von 6 bis 8 oder sogar darüber. Für solche Substanzen wird unter den Experten der EU z. Z. darüber diskutiert, ob es ein oberes Abschneidekriterium gibt und z. B. ein Stoff mit einem log Kow von 8,5 oder 9 als unkritisch angesehen werden kann, da er die Zellmenmbran offenbar nicht mehr passieren kann. Nach den bisherigen experimentellen Ergebnissen gibt es aber keine klare Grenze.