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KomNet-Wissensdatenbank

Sind für den Gehörschutz vor Ultraschallquellen besondere Gehörschutzmittel erforderlich?

KomNet Dialog 508

Stand: 15.01.2015

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Auswahl von PSA

Dialog
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Frage:

In unserem Betrieb gibt es einen Prototypen, der mit einer Ultraschallquelle arbeitet, mit einer Frequenz von ca. 20 kHz und einem Schalldruckpegel von über 85 dB(A). Bei der Auswahl des erforderlichen Gehörschutzes stellt sich die Frage, ob unsere Standard-Gehörschutzstöpsel bzw. Kapsel für diese Einsatzzwecke geeignet sind.

Antwort:

Ultraschallwellen werden heutzutage in zunehmendem Maße in der Industrie und in der Medizin eingesetzt. Eine Vielzahl von Ultraschallanlagen arbeiten mit Frequenzen von 20 bis 40 kHz, also in einem Bereich, der normalerweise vom menschlichen Gehör nicht mehr wahrgenommen werden kann. Allerdings zeigen neuere Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Audiometrie, daß keineswegs wie bisher angenommen das Hörvermögen in einem Bereich zwischen 16 kHz und 20 kHz endet. Vielmehr ist von einer kontinuierlichen Abnahme bis zu einer Frequenz von 40 kHz auszugehen. Die Schalldämmung von Gehörschützern ist in unterschiedlichem Maße frequenzabhängig. Die Auswahlverfahren erfordern spezielle Informationen über die betreffenden Lärmsituationen und berücksichtigen in entsprechender Weise deren Frequenzabhängigkeit. Für die Auswahl und Bewertung eines Gehörschutzes sind die Kriterien der DIN EN 458 "Gehörschützer; Empfehlungen für Auswahl, Einsatz, Pflege und Instandhaltung", sowie die Ausführungen der DGUV R 112-194 (Regeln für den Einsatz von Gehörschützern, bisher BGR 194) der gewerblichen Berufsgenossenschaften anzuwenden.

Ohne Kenntnis der entsprechenden Geräuschdaten ist eine korrekte Zuordnung des Gehörschutzes am Arbeitsplatz der Ultraschallquelle nicht möglich.

Auf nachfolgende Festlegung aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sei an dieser Stelle hingewiesen: Gemäß den "Allgemeinen Grundsätzen" (§ 4) sind individuelle Schutzmaßnahmen nachrangig zu anderen Maßnahmen zu betrachten, d.h. Lärm-Gefahren sind vorrangig an ihrer Quelle und auf ihrem Ausbreitungsweg zu bekämpfen. Für Ultraschallanlagen gibt es verschiedene Möglichkeiten der Lärmminderung, die teilweise von Maschinenherstellern als Nachrüstsatz angeboten werden.