Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Ab welcher Sauerstoffkonzentration in der Gasphase oberhalb einer brennbaren Flüssigkeit ist eine Explosion in einem Behälter ausgeschlossen?

KomNet Dialog 5074

Stand: 15.01.2007

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

Dialog
Favorit

Frage:

Ab welcher Sauerstoffkonzentration (Vol-%) in einer Gasphase (drucklos)oberhalb einer brennbaren Flüssigkeit (Methanol) ist eine Explosion in einem Behälter ausgeschlossen?

Antwort:

Sauerstoff ist ein brandfördernder Stoff, der selber keine Explosionsgrenzen, Flammpunkt oder Zündtemperatur hat.
Methanol ist eine entzündliche Flüssigkeit, die mit (Luft-) Sauerstoff ein explosionsfähiges Gemisch bildet. Die physikalisch-chemischen Eigenschaften der Stoffe werden in der Gestis-Stoffdatenbank angeboten. Sie erhalten sie auch aus den Sicherheitsdatenblättern der Hersteller.
Methanol hat folgende Explosionskenngrößen:
Untere Explosionsgrenze: 6 Vol.-% - 80 g/m3
Obere Explosionsgrenze: 50 Vol.-% - 665 g/m3
Sauerstoffgrenzkonzentration: 8,1 Vol.-%

Nach der EN 1127-1 ist die Sauerstoffgrenzkonzentration definiert als die "maximale Sauerstoffkonzentration in einem Gemisch eines brennbaren Stoffes mit Luft und inertem Gas, in dem eine Explosion nicht auftritt, bestimmt unter festgelegten Versuchsbedingungen".
Vereinfacht gesagt, gibt die Sauerstoffgrenzkonzentration den Sauerstoffanteil an, unterhalb dessen ein Gesamtgemisch nicht mehr explosionsfähig ist.
Weitere Informationen bieten die
Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS)
Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)
TRBS 2152 Teil 2 / TRGS 722 Vermeidung oder Einschränkung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre, vom 15. März 2006 (BAnz. Nr. 103 vom 2.6.2006 S. 11)  an.
Eine ausführliche Abhandlung zum Thema wird im Internet unter https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=97395406x  angeboten.