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Was ist bei der Umnutzung eines Gebäudes hinsichtlich der eingebauten Ionisationsrauchmelder zu beachten?

KomNet Dialog 5046

Stand:

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Umgang mit radioaktiven Stoffen

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Frage:

Ein Verwaltungsgebäude wird freigezogen, mit darin befindlichen radioaktiven Ionisationsrauchmeldern und soll einer späteren Vermarktung zugeordnet werden! Was muss in Bezug auf die eingebauten `I-Melder` beachtet werden?

Antwort:

Ionisations-Rauchmelder (I-Melder; mit einer Bauartzulassung, die vor Inkrafttreten derStrahlenschutzverordnung 2001 erteiltwurde) enthalten radioaktive Stoffe, deren Verwendung den Regelungen der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) unterliegt. Die Verwendung von I-Meldern ist nur dann genehmigungs- und anzeigefrei, wenn zwischen dem Hersteller oder der Vertriebsfirma und dem Verwender ein Reparatur- und Wartungsvertrag abgeschlossen wurde. In dem Wartungsvertrag verpflichtet sich der Verwender, Reparatur- und Wartungsarbeiten an den I-Meldern nicht selbst durchzuführen. Der Hersteller oder die Vertriebsfirma, die eine Genehmigung nach § 7 StrlSchV besitzen müssen, übernehmen für den Verwender die Pflichten, die sich aus der Strahlenschutzverordnung ergeben.
Existiert kein Wartungsvertrag, ist die Verwendung der I-Melder durch den Verwender anzeigepflichtig gemäß § 4 Abs. 1 Strahlenschutzverordnung vom 30.6.1989 (StrlSchV alt). Der Verwender, der dann Strahlenschutzverantwortlicher ist, hat einen fachkundigen Strahlenschutzbeauftragten schriftlich zu bestellen und auch alle sonstigen Pflichten zu erfüllen, die sich aus der Strahlenschutzverordnung ergeben. In diesem Fall dürfen die I-Melder auch nur verwendet werden, Reparatur- und Wartungsarbeiten an den I-Meldern sowie deren Ausbau und Einbau dürfen nur durch Personen erfolgen, die eine Genehmigung nach § 7 StrlSchV besitzen.
Im Falle des Verkaufs eines Gebäudes mit eingebauten I-Meldern kann der neue Eigentümer den bestehenden Wartungsvertrag übernehmen oder einen neuen abschließen. Beim Abschluss eines neuen Wartungsvertrages ist zu beachten, dass die Verträge ohne zeitliche Lücke einander ablösen. Schließt der neue Eigentümer keinen Wartungsvertrag ab, so gilt Absatz 2 (s.o.).
Auch für den Zeitraum, in dem das Gebäude ungenutzt ist, weil es z.B. zum Verkauf angeboten wird, muss ein Wartungsvertrag für die I-Melder zwischen dem Hersteller oder der Vertriebsfirma und dem Eigentümer bestehen.
Eine andere Möglichkeit zur Lösung des Problems wäre die Demontage der I-Melder durch den Hersteller oder die Vertriebsfirma vor der Veräußerung des Gebäudes.