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KomNet-Wissensdatenbank

Fragen zum Arbeitsschutz bei der Reinigung einer Rauchkammer in der Fleischindustrie

KomNet Dialog 5034

Stand:

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Sicheres Verhalten / Erkennen von Gefährdungen > Arbeiten im Betrieb

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Frage:

1.Ist es zwingend notwendig (bzw. ist es Vorschrift), bei der Reingung einer Rauchkammer in der Fleischindustrie, Gummistiefel zu tragen oder reichen Sicherheitsschuhe? Zur Reinigung werden ein Druckschaumgerät, ein Hochdruckreiniger und Chemie eingesetzt? 2.Ist es erlaubt bzw. grob fahrlässig, ein stark alkalisches Mittel pur und bei einer Menge von etwa 10 l in diese Rauchkammer zu schütten, obwohl sich Personen darin befinden? 3.Handelt ein Angestellter falsch, wenn er die, laut Betribsanweisung notwendige, Schutzkleidung trägt und sich trotzdem eine Verletzung bzw Verätzung zuzieht?

Antwort:

Grundsätzlich ist es Pflicht des Arbeitgebers im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, welche Gefährdungen bei der Reinigung einer Rauchkammer auftreten können und festzulegen, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes nötig sind.
Auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung ist eine Betriebsanweisung zu erstellen, anhand derer wiederum die Beschäftigten zu unterweisen sind.
Beim Erstellen der Gefährdungsbeurteilung, der Betriebsanweisung und beim Durchführen der Unterweisungen sollte sich der Arbeitgeber von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt beraten und unterstützen lassen.
Die Fleischerei-Berufsgenossenschaft bietet zudem im Internet Informationen über zu beachtende Maßnahmen beim Reinigen einer Rauchkammer an: http://www.fleischerei-bg.de/infoboard/forum/archiv/archiv_heft3_01/rauchkammer.php . Unter http://www.fleischerei-bg.de/infoboard/forum/archiv/archiv_heft2_00/gefahren.php  wird eine Betriebsanweisung angeboten.

Zu den Fragen im Einzelnen:
Zu 1)
Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung wird sein, dass persönliche Schutzausrüstung (Stiefel, Handschuhe, Gesichtsschutz) für die beschriebenen Tätigkeiten nötig sind (siehe auch Kapitel 2.36 BGR 500 Arbeiten mit Flüssigkeitsstrahlern und Merkblatt M 13  "Hochdruckreiniger").

Zu 2)
Das kommt auf den Einzelfall an. Beschäftigte dürfen natürlich nicht gefährdet werden, z.B. durch ätzende Flüssigkeit, Dämpfe. Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung sind zu beachten.

Zu 3)
Kommt es trotz ordnungsgemäßer Schutzausrüstung und Unterweisung zu Verletzungen/Verätzungen, sind die Ursachen zu ermitteln und vom Arbeitgeber die nötigen Maßnahmen zu treffen. Ggf. sind die Arbeiten bis zur Klärung der Sachverhalte einzustellen (§ 9 Arbeitsschutzgesetz – ArbSchG, § 7 Abs. 1 Gefahrstoffverordnung – GefStoffV).