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Wie wird die Menge eines chemischen Stoffes in einem nachgeschalteten Erzeugnis berechnet, das ursprünglich nicht aus chemischen Stoffen hergestellt wurde?

KomNet Dialog 4985

Stand: 10.01.2007

Kategorie: Sichere Chemikalien > Registrierung > Registrierungspflichtige Stoffe

Dialog
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Frage:

Nach unserem Verständnis sind chemische Stoffe in Abhängigkeit von den hergestellten oder importierten Mengen zu registrieren. Aber wie wird die Menge eines chemischen Stoffes in einem nachgeschalteten Erzeugnis berechnet, insbesondere bei nachgeschalteten Erzeugnissen, die ursprünglich nicht aus chemischen Stoffen hergestellt worden sind?

Antwort:

Es dürfte relativ einfach sein, den Anteil eines Stoffes zu berechnen, der in einer chemischen Zubereitung, (d. h. in einem Stoffgemisch) wie Farbe, Klebstoff usw. enthalten ist. Nach der aktuellen EU-Gesetzgebung müssen die Bestandteile von importierten Zubereitungen bereits jetzt die geltenden Vorschriften gemäß der Altstoff-Verordung (Verordnung 793/93/EWG) ebenso wie die Vorschriften über die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Zubereitungen (Richtlinie 67/548/EWG und Richtlinien 1999/45/EG) und das Sicherheitsdatenblatt (91/155/EWG) erfüllen.
Für die in Erzeugnissen enthaltenen Stoffe kann die Berechnung anspruchsvoller sein. Dieses Problem wird Gegenstand der Leitlinien sein, die im Rahmen der Übergangsstrategie erarbeitet werden (ausführlichere Informationen über die Vorbereitung der Leitlinien finden Sie unter: http://ecb.jrc.ec.europa.eu/reach/).
Es ist anzumerken, dass die Verpflichtung, einen in einem Erzeugnis enthaltenen Stoff zu registrieren oder anzumelden, nur dann besteht, wenn eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllt ist: Die Mengenschwelle von einer Tonne ist nur eine dieser Voraussetzungen. Wenn jedoch eine der übrigen Bedingungen nicht erfüllt ist, (z. B. im Hinblick auf die Registrierung: der Stoff wird bei seiner Verwendung nicht bewusst freigesetzt, oder im Hinblick auf die Anmeldung: der Stoff erfüllt nicht die Kriterien gemäß Artikel 57 und ist nicht entsprechend Artikel 59 (1) identifiziert), dann ist es auch nicht erforderlich, die genaue Menge in Tonnen zu kennen, da in diesem Fall keine Anmelde- oder Registrierungspflicht besteht.
zusätzlicher Hinweis: Der Leitfaden zu denAnforderungen für Stoffe in Erzeugnissen ist in englischer sowie in deutscher Sprache verfügbar [englische Version (pdf-Datei, 0,8 MB) - deutsche Version (pdf-Datei, 1,2 MB)].
Anmerkung:
Hier handelt es sich um einen – in die deutsche Sprache übersetzten – Frage-Antwort-Dialog zum Entwurf der REACH-Verordnung nach dem Stand des Gemeinsamen Standpunkts des Europäischen Rates vom 27. Juni 2006. Sofern erforderlich, erfolgte eine Aktualisierung der Verweise auf die verabschiedete REACH-Verordnung 1907/2006/EG vom 18. Dezember 2006. Dieser Frage-Antwort-Dialog wurde ausschließlich zu Informations-zwecken erstellt, es handelt sich in keiner Weise um eine Rechtsauslegung des Gemeinsamen Standpunktes des Europäischen Rates. Das Original in englischer Sprachversion finden Sie zum Download (pdf-Datei, 310 kB) unter der Internetadresse: http://ec.europa.eu/environment/chemicals/pdf/qa.pdf