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KomNet-Wissensdatenbank

Werden durch REACH die Angaben zur Zusammensetzung von Stoffen in den Sicherheitsdatenblättern exakter?

KomNet Dialog 4964

Stand: 11.01.2007

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Chemikalien > Zulassungs- und Beschränkungsverfahren

Dialog
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Frage:

Ich erstelle täglich Sicherheitsdatenblätter (SDB) für Zubereitungen. Dafür benötige ich die SDB der verwendeten Rohstoffe. Um eine korrekte Kennzeichnung für unsere Zubereitungen zu erhalten, erstelle ich eine `Stoffrezeptur`, die ich aus Punkt 2 der Rohstoff-SDB entnehme. Nun ergibt sich oftmals das Problem, dass Rohstofflieferanten eben nicht ihre Zusammensetzung preisgeben möchten und daher sehr triviale Angaben für den Hauptbestandteil eines Rohstoffs machen, z. B.: Diamid-Reaktionsprodukt. Zwar werden die Einstufungen angegeben, jedoch keine CAS- bzw. EINECS-Nummern. Kann es solche Fälle mit REACH noch geben oder gibt es dann nur noch eindeutige Stoffschlüssel? Wobei das doch dann zu einem Problem der Rohstoffhersteller werden kann, weil die Rohstoffrezeptur dann transparenter wird.

Antwort:

Zunächst war es bisher bei den SDB nicht zwingend gefordert bzw. rechtlich einforderbar, dass diese die Detailangaben zur Zusammensetzung enthalten mussten.
Die unkorrekten Angaben im Hinblick auf die erforderlichen CAS- bzw. EINECS-Nummern bei entsprechender Relevanz sind ein gewachsenes Problem. Dieses führte stets zu unsachgemäßen Informationen gerade in der Lieferkette.
REACH wird zukünftig die Informationsbreite der SDB erweitern und damit die Angabentiefe verbessern (insbesondere auch bzgl. Angabe der Eigenschaften, Expositionen, Verwendungen, etc.).
Eine durch REACH klare und eindeutige Nummernvergabe ist noch nicht abgeschlossen. Dies dürfte aber zu erwarten sein.
Da in Europa auch GHS kommt, dürfte dieses ebenfalls zu einer Neustrukturierung der SDB führen. Die damit übergreifende Transparenz wird sich im geschäftlichen Informationsfluss positiv auswirken.
So wie REACH insgesamt den Erzeuger/Inverkehrbringer im Fokus hat, wird die Verantwortung für die bestimmungsgemäße SDB-Erstellung beim jeweiligen Lieferanten, also hier Rohstoffhersteller, liegen. Allerdings sieht auch REACH nicht vor, dass unmittelbar eine Angabe der entsprechenden Rezeptur gefordert ist.
Detailvorgaben sind zur Zeit in Arbeit (RIP).
Insgesamt ist festzuhalten, dass die Exaktheit der SDB durch eine klare Schlüsselangabe zunehmen wird, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse (wie bei Rezepturen) im SDB jedoch gewahrt werden.