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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen Steigleitern wiederkehrend durch eine beauftragte Person auf ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden?

KomNet Dialog 4963

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

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Frage:

Müssen Steigleitern gemäß Unfallverhütungsvorschrift BGV D 36 bzw. GUV 6.4 wiederkehrend durch eine beauftragte Person auf ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden?

Antwort:

Bei der Beschäftigung von Arbeitnehmern in einer Arbeitsstätte ist hier die Verordnung über Arbeitsstätten – ArbStättVrelevant. Anforderungen an Steigleitern finden sich unter Ziffer 1.11 des Anhangs zur ArbStättV.

Die Prüfungen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz und der Betriebssicherheitsverordnung (§ 3 Abs. 3) festzulegen. In die Gefährdungsbeurteilung sind die Arbeitsstättenrichtlinien, hier die ASR 20 "Steigeisengänge und Steigleitern" und die BGR 177 "Steiggänge für Behälter und umschlossene Räume" als Regel der Technik heranzuziehen. Siehe auch die Mindestvorschriften für die Benutzung von Arbeitsmitteln an hochgelegenen Arbeitsplätzen in Anhang 2 Nr. 5 ff. der Betriebssicherheitsverordnung. Zu den Prüfanforderungen siehe den Dialog 4443der KomNet-Datenbank.

Prüfanforderungen können sich aus den einschlägigen Normen ergeben; z.B. DIN 18799-1 , 1999-08 "Steigleitern an baulichen Anlagen - Teil 1: Steigleitern mit Seitenholmen; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfungen" und DIN 18799-2, 1999-08 "Steigleitern an baulichen Anlagen - Teil 2: Steigleitern mit Mittelholm; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfungen". Normen können Sie kostenpflichtig beim Beuth-Verlag beziehen. 

Die Unfallverhütungsvorschrift BGV D 36 "Leitern und Tritte"sieht in § 29 vor, dass Leitern und Tritte regelmäßig auf ihren ordnungsgemäßen Zustand zu prüfen sind. In den Begriffsbestimmungen wird ausgeführt, dass Steigleitern zu den Leitern zählen (§ 2 Abs. 1 BGV D 36).

Hinweis: Sind Steigschutzeinrichtungen (Schienen und Führungen) an Steigeisen- oder Steigleitergängen vorhanden, sind diese Bauteile Teil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) im Sinne der Verordnung über das Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen (8. GPSGV) und der PSA-Benutzungsverordnung – PSA-BV und sind besonders zu betrachten.

Gemäß Ziffer 3.4 der berufsgenossenschaftlichen Regel - BGR 199 "Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen" "hat der Unternehmer in Erfüllung seiner Pflichten aus § 2 Abs. 4 PSA-Benutzungsverordnung persönliche Schutzausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen entsprechend den Einsatzbedingungen und den betrieblichen Verhältnissen nach Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, auf ihren einwandfreien Zustand durch einen Sachkundigen prüfen zu lassen."

Die BGR 198 "Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz" konkretisiert nach Ziffer 8.2.3, dass "feste Führungen von Steigschutzeinrichtungen (Schienen), wenn nicht kürzere Fristen festgelegt sind, nach Bedarf auf ihren einwandfreien Zustand durch einen Sachkundigen zu prüfen sind."

Für weitere Auskünfte empfehlen wir, den Fachausschuss für Persönliche Schutzausrüstungen - Sachgebiet "Abseilgeräte".


Stand: Dezember 2006