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KomNet-Wissensdatenbank

Bei welchen Schweißverfahren kann man auf einen Schweißerlaubnisschein verzichten?

KomNet Dialog 4960

Stand: 07.12.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen

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Frage:

Bei welchen Schweißverfahren kann man auf einen Schweißerlaubnisschein verzichten? Z. B. entstehen beim Wig-Schweißen keine Funken. Kann dann auf einen Erlaubnisschein verzichtet werden oder muss die Wärmeübertragung beachtet werden, welches dann den Erlaubnisschein erforderlich macht. Ich sehe den Erlaubnisschein als `Checkliste`. In welcher Verordnung oder Regel, Gesetz usw. wird der Erlaubnisschein gefordert, und wo finde ich genauere Informationen, wann und wo der Erlaubnisschein vorgeschrieben ist? Was sagt der VDS? Gibt es Informationen vom VDS? Ich lese immer, dass der Schweißerlaubnisschein verwendet werden muss, wenn eine Brand- und Explosionsgefahr nicht auszuschließen ist. Aber das kann ich nur mit einer täglichen Prüfung der Gegebenheiten sicherstellen. Ist es dann nicht hilfreich, den Erlaubnisschein grundsätzlich einzusetzen? Oder eine andere Checkliste? Kann ich, nachdem ich eine Checkliste benutze, um die Gegebenheit zu prüfen und zu dem Ergebnis komme, dass keine Brand- und Explosionsgefahr besteht, auf den Erlaubnisschein versichten? Muss ich diese Checkliste dann täglich benutzen? Der Erlaubnisschein muss evtl. auch täglich neu ausgestellt werden.

Antwort:

1) Grundsätzlich müssen Arbeitnehmer, die Schweißarbeiten ausführen, unterwiesen sein. Hierfür sind die Berufsgenossenschaftlichen Regeln und Informationen als Grundlage heranzuziehen.

Vielfach bedürfen Schweißarbeiten auf Grund der Gefährlichkeit der Arbeiten eines Schweißerlaubnisscheins, der durch den verantwortlichen Arbeitgeber / Unternehmer ausgestellt wird. Das Beispiel für eine Schweißerlaubnis wird unter Anhang 1 der BGR 500, Kapitel 2.26 angeboten. Weitere Informationen auch unter der berufsgenossenschaftlichen Information - BGI 554 [PDF] Gasschweißer (Seite 45). Diese Schweißerlaubnisscheine haben die Funktion einer Sicherheitscheckliste, in dem sich der Aussteller und der annehmende Schweißer gegenseitig versichern und überprüfen, dass keine sicherheitstechnischen Punkte außer Acht gelassen wurden. Sie sind tätigkeitsbezogen auszustellen.

Der Arbeitgeber kann bei der Anwendung der Regeln (z.B. der Berufsgenossenschaften) oder der Technischen Regeln für Betriebssicherheit davon ausgehen, dass dies zur Erreichung der Schutzziele aus dem Arbeitsschutzgesetz bzw. der  Betriebssicherheitsverordnung ausreichend sind. Er kann davon auch abweichen, muss allerdings bei Bedarf nachweisen, wie er den Schutz und die Gesundheit der Arbeitnehmer auf andere Weise sicherstellt.

2) Spezielle Schweißerqualifikationen sind immer dann erforderlich, wenn besondere Anforderungen an die Schweißnaht gestellt werden, z.B. beim Bau von Druckbehältern und Druckrohrleitungen bzw. im Anlagenbau, die üblicherweise durch den TÜV oder eine zugelassene Überwachungsstelle geprüft werden müssen. Anforderungen richten sich u.a. bei Druckbehältern aus dem AD 2000 Regelwerk (Herstellung und Prüfung) welche als technische Spezifikation die wesentlichen Sicherheitsanforderungen, der europäischen Druckgeräterichtlinie erfüllt (http://www.druckgeraete-online.de/seiten/ad2000/ad2000_hp.htm).

Hierfür werden spezielle Ausbildungen gefordert, die durch eine Prüfung belegt werden müssen. Diese Erlaubnisse sind personenbezogen. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Befähigungsnachweis.

Anforderungen an Schweißqualifikationen und Schweißqualität ergeben sich auch aus der DIN EN 287 und DIN EN 729, welche sie beim Beuth-Verlag erhalten.

Konkrete Vorgaben des DVS - Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. liegen uns nicht vor. Wir empfehlen diesbezüglich dort nachzufragen.