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KomNet-Wissensdatenbank

Wie ist die Abluftleistung eines Laborabzuges zu bemessen?

KomNet Dialog 4959

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Technische Schutzmaßnahmen (5.)

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Frage:

Wie ist die Leistung in m3/h eines Laborabzuges zu bemessen? Ein Labor soll neu eingerichtet werden und die Frage ist, welche Abzugsleistung muß in der Ausschreibung gefordert werden? In der TRGS526 sind hierzug keine konkreten Angaben. In den Normen DIN EN 14175-1/2/3/4 sind auch keine konkreten Werte zu finden.

Antwort:

In Laboratorien stellt der Abzug in der Regel die wichtigste Sicherheitseinrichtung dar. Daher sind die Anforderungen an dieses Arbeitsmittel – insbesondere an die sicherheitstechnischen Kenntnisse – auf eine breitere Basis durch die neue europäische Norm DIN EN 14175, Teil 1 bis 3 gestellt worden.

Bislang erhielt der Verwender einen entsprechenden Anschlusswert für den benötigten Mindest-Abluft-Volumenstrom für seinen Abzug vom Hersteller mitgeteilt. Dieser wurde im Rahmen der lufttechnischen Prüfung gemäß DIN 12924-1 (1991) so bestimmt, dass die darin vorgegebenen Prüfgas-Höchstwerte für Schwefelhexafluorid eingehalten werden. Hierbei wird in einem speziellen Prüfraum untersucht, wie viel von einem als Spürgas im Abzug freigesetzten Gemisch von Schwefelhexafluorid und Stickstoff aus dem Abzug austritt.

Der Anwender, der nun einen Abzug nach der neuen DIN EN 14175 beschaffen will, wird in den Herstellerunterlagen nicht mehr für das gewählte Abzugsmodell den einen erforderlichen Abluft-Volumenstrom genannt bekommen. Vielmehr erhält er eine Reihe von in der Baumusterprüfung bestimmten Spürgaskonzentrationen bei den jeweils zugehörigen eingestellten Abluft-Volumenströmen. Der Abzug kann also bei verschiedenen Abluft-Volumenströmen betrieben werden, zu einigen wurden jeweils in der Baumusterprüfung Spürgaswerte (Schwefelhexafluorid) gemessen.

Um die Beurteilung der Exposition am Arbeitsplatz im Abzug zu vereinfachen, hat der Fachausschuss Chemie aufgrund der vorliegenden vielfältigen Erfahrungen mit Abzügen nach der alten Norm DIN 12924 (1978, 1991) Kriterien aufgestellt. Diese sind durch eine große Zahl von Arbeitsplatzmessungen abgesichert. Diese Kriterien erlauben die Festlegung des jeweiligen Abluft-Volumenstromes, bei dem bei korrektem Arbeiten davon ausgegangen werden kann, dass das bisher erzielte Sicherheitsniveau mindestens erreicht wird und damit die Anforderungen der Laborrichtlinien, der TRGS 526 und der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) erfüllt werden.

Die Kriterien und weitere Hilfen finden Sie unter http://www.bgrci.de/praevention/fachwissen/laboratorien/abzuege/abzuege-nach-din-en-14175/ .