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KomNet-Wissensdatenbank

Wer muss bei beauftragten Reparaturarbeiten an Asbestzementrohren einen Sachkundigen stellen?

KomNet Dialog 4943

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Asbest

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Frage:

Wir sind ein öffentliches Entsorgungsunternehmen (Abwasser) Im Rahmen unserer Aufgaben betreuen wir ca. 140 km Abwasserdruckrohrleitung aus Asbestzement. Im Rahmen von Umstrukturierungen werden diese Abwasserdruckrohrleitungen im Falle von Leitungsbrüchen durch beauftragte Dritte (Fremdfirmen) behoben. Die Ausicht über diese Reparatur erfolgt durch eigene Mitarbeiter (Meister). 1.Müssen wir als Betreiber der Abwasserdruckrohrleitung einen Sachkundigen Gem. TRGS 519 ausbilden lassen und bestellen? 2. Ist es ausreichend, wenn der beauftragte Dritte einen solchen Sachkundigen hat, und muss dieser Sachkundige während der Reparaturarbeiten anwesend sein?

Antwort:

Regelungen bezüglich des Umgangs mit Asbest enthalten die Gefahrstoffverordnung unter Anhang I Ziffer 2.1 ff. und die TRGS 519, die aber derzeit überarbeitet und an die neue Gefahrstoffverordnung noch angepasst wird (siehe auch Bekanntmachung des BMWA vom 31.12.2004).
Demnach muss über sachkundiges Personal derjenige Arbeitgeber verfügen, der die Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten tatsächlich durchführt. Dieser Sachkundige ist von der beauftragten Firma zu stellen und dieser muss während der Reparaturarbeiten vor Ort tätig sein.
Für den Betrieb eines unterirdischen Kanalnetzes ist ein Sachkundiger nicht erforderlich. Der Auftraggeber ist aber verpflichtet, dem Auftragnehmer die für die Einhaltung der o.g. Vorschriften notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen und sich auch zu vergewissern, dass die beauftragte Fremdfirma über mindestens einen Sachkundigen verfügt.

Weitere Informationen dazu sind folgenden Regelwerken zu entnehmen:
BGI865"Einsatz von Fremdfirmen im Rahmen von Werkverträgen"
BGI528"Sicherheit und Gesundheitsschutz durch Koordinieren".