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KomNet-Wissensdatenbank

Ist es zulässig, das akustische Warnsignal für Rückwärtsfahrt zu deaktivieren?

KomNet Dialog 4940

Stand: 02.10.2015

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

Dialog
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Frage:

Als Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung wurde festgestellt, dass das akustische Warnsignal (Piepsen) für Rückwärtsfahrten bei Gabelstaplern neben einer erheblichen Lärmquelle auch eine starke psychische Belastung für die Mitarbeiter in der Halle bedeutet. Ist es zulässig, das akustische Warnsignal zu deaktivieren?

Antwort:

Das akustische Warnsignal ist eine Schutzmassnahme im Sinne der 9. GPSGV - Maschinenverordnung i.V.m. der Maschinenrichtlinie. Sollte eine Gefahrdungsbeurteilung durch den Betreiber ergeben, dass die akustische Warneinrichtung eine Gefährdung verursacht (z.B. ausgelöst durch die psychische Belastung), so muss er u.U. die Gefährdungen gegenseitig abwägen. Auf keinen Fall darf die Rückfahrwarneinrichtung deaktiviert werden, ohne dass eine Ersatzmaßnahme getroffen wird. Dies kann z.B. der Einsatz von für den Personenschutz zugelassenen Laserscannern sein.

Achtung ! Die Deaktivierung der Rückfahrwarneinrichtung durch den Betreiber führt, wenn sie nicht mit dem Hersteller abgesprochen ist, in der Regel zum Erlöschen der Konformitätserklärung. Änderungen in der Sicherheitstechnik von Maschinen sind wesentliche Veränderungen im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes - ProdSG. Im Falle einer wesentlichen Veränderung sind alle Maßnahmen durchzuführen, die auch für neue Maschinen anzuwenden sind (Gefahrenanalyse unter Beachtung der einschlägigen Normen, Konformitätserklärung, CE-Kennzeichnung, ...). Dies ist von dem für den Umbau Verantwortlichen (= Hersteller im Sinne der MaschinenRl) durchzuführen.