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KomNet-Wissensdatenbank

Wo bekommen wir Angaben zu bereits registrierten Stoffen? ...und weitere Fragen zur Registrierung von Stoffen und Zubereitungen

KomNet Dialog 4908

Stand: 23.06.2016

Kategorie:

Dialog
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Frage:

1) Wo bekommen wir Angaben zu bereits registrierten Stoffen ? 2) Wenn alle Stoffe einer Zubereitung registriert sind, was müssen wir als Hersteller für unsere Zubereitung veranlassen ? 3) Wird zwischen synthetischen, natürlichen und als Nebenprodukte anfallenden Eisenoxiden (Pigmente) unterschieden ? 4) Wie erfoglt die Registrierung von importierten stoffen ?

Antwort:

(Hinweis: Der Hintergrund der Frage 3 ist nicht eindeutig, sie wurde hier in Bezug auf die Registrierungspflicht beantwortet.)

zu Frage 1:  Wo bekommen wir Angaben zu bereits registrierten Stoffen?

a) Die erste Quelle für nachgeschaltete Anwender ist das Sicherheitsdatenblatt (SDB). Hier hat der Stoffhersteller/Importeur für Stoffe, die als gefährlich eingestuft sind, die Registrierungsnummer anzugeben, sobald der Stoff registriert wurde. Auch in Zubereitungen sind die Registrierungsnummern gesundheits- und umweltgefährlicher Stoffe anzugeben, wenn sie bestimmte Konzentrationen überschreiten (siehe dazu auch REACH-Verordnung Anhang II: Leitfaden zur Erstellung von Sicherheitsdatenblättern, Nummer 1 und Nummer 3.) Wenn ein Stoff nicht gefährlich ist, besteht allerdings keine Pflicht ein SDB zu übermitteln und die Registrierungsnummer weiterzuleiten.

b) Die Europäische Chemikalienagentur ist nach Artikel 77 Abs. 2 verpflichtet eine Datenbank aufzubauen und zu unterhalten, in der die nicht unter Geheimhaltungsvorbehalte fallenden Informationen der registrierten Stoffe enthalten sein werden (vgl. auch Artikel 118). Diese Datenbank(en) wird/werden auf der Internetseite der Chemikalienagentur zu finden und öffentlich zugänglich sein.

c) Die Europäische Chemikalienagentur wird ein Inventar zur Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen einrichten. Hier werden, sobald ein Stoff registriert wurde, auch die entsprechende(n) Registrierungsnummer(n) angegeben (siehe Artikel 114).

zu Frage 2: Wenn alle Stoffe einer Zubereitung registriert sind, was müssen wir als Hersteller für unsere Zubereitung veranlassen?

Für bereits registrierte gefährliche Stoffe Ihrer Zubereitung erhalten Sie, sofern die registrierte Stoffmenge über 10 Tonnen/Jahr liegt, ein erweitertes REACH-SDB von Ihrem Zulieferer. In diesem übermittelt Ihnen der Stoffhersteller die Ergebnisse seiner Stoffsicherheitsbeurteilung einschließlich der Expositionsszenarien. Wenn Sie die Stoffe selbst registriert haben, sollten sie die entsprechenden Informationen in Ihrer Stoffsicherheitsbeurteilung zusammengetragen haben.

Als Formulierer haben Sie nun die Aufgabe, die Angaben zu den sicheren Anwendungsbedingungen und die empfohlenen Schutzmaßnahmen zu prüfen und ein entsprechendes erweitertes SDB für Ihre Zubereitung zu erstellen. Ein Leitfaden wie unterschiedliche Stoffinformationen in einem SDB konsolidiert werden können wird derzeit im RIP 3.2-2 erarbeitet.

zu Frage 3: Wird zwischen synthetischen, natürlichen und als Nebenprodukte anfallenden Eisenoxiden (Pigmente) unterschieden?

Hinweis: Der Hintergrund der Frage ist nicht eindeutig. Wir haben sie in Bezug auf die Registrierungspflicht beantwortet.

Für die Registrierung eines Stoffes ist weniger die Herkunft als vielmehr die Identität ausschlaggebend. Wenn Pigmente aus unterschiedlichen Quellen die gleiche Identität aufweisen (z. B. gleiche CAS- und EINECS-Nummer), können sie auch zusammen registriert werden. Zur Bestimmung der Stoffidentität wurde im Rahmen des RIP 3.10 ein Leitfaden erstellt.

Fallen Eisenoxide als Nebenprodukte an, die als Abfall entsorgt werden, so sind sie von einer Registrierung ausgenommen. Eisenoxide, die als Nebenprodukte nicht separat vermarktet werden, sondern als Verunreinigungen im Stoff verbleiben, sind gleichfalls von der Registrierung ausgenommen.

Synthetische Eisenoxide unterliegen immer der Registrierpflicht. Natürliche Eisenoxide sind einerseits, soweit sie Naturstoffe im Sinne des Artikel 3 Nr. 39 und nicht gefährlich sind, gemäß Anhang V Nr. 7 und 8, andererseits evtl. als Erze oder Mineralien gemäß Anhang V Nr. 7 von der Registrierung ausgenommen.

zu Frage 4: Wie erfolgt die Registrierung von importierten Stoffen?

Importierte Stoffe sind in Hinblick auf die Registrierung genauso wie in der EU hergestellte Stoffe zu behandeln. Für importierte Altstoffe bedeutet dies, dass sie 12 Monate nach Inkrafttreten von REACH vorzuregistrieren und entsprechend der geltenden Fristen zu registrieren sind.

Importeure von Stoffen in Zubereitungen müssen darauf achten, dass sie bei der Prüfung der Mengenschwellen (Volumenbänder für die Registrierung) die Mengen des Stoffes in allen importierten Zubereitungen aufsummieren.