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KomNet-Wissensdatenbank

Werden durch die Aufnahme von Milch die aufgenommenen Gefahrstoffe im Körper gebunden?

KomNet Dialog 4858

Stand: 15.12.2016

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Sprengstoffe, Pyrotechnik > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb

Dialog
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Frage:

In einer Werkstatt/Lackiererei werden Lackier- und Schweißarbeiten (mit Absaugung) durchgeführt. Früher wurden die Mitarbeiter täglich vom Unternehmen mit einem Liter Milch zum Trinken versorgt. Dies sollte die Gefahrstoffe im Körper binden. Ist es dies noch zeitgemäß? Ist die regelmäßige Aufnahme von Milch in diesem Fall eher schädlich als nützlich?

Antwort:

Es gibt keine arbeitsschutzrechtliche Grundlage, dass Beschäftigten der Chemiebranche Milch oder Milchprodukte zur Verfügung gestellt werden müssen.
Im Arbeitsschutz stehen Maßnahmen im Vordergrund die gewährleisten sollen, dass Beschäftigte mit gefährlichen Stoffen und Zubereitungen erst gar nicht belastet werden:
- Ersatzstoffprüfung
- Gestaltung des Arbeitsverfahrens
- technische Schutzmaßnahmen
- persönliche Schutzmaßnahmen (Atemschutz, etc.)
- Unterweisung

Milch steigert überwiegend die Aufnahme vieler Giftstoffe. Zum Teil wird aber immer noch propagiert, dass Milch ein wirksames Hausmittel bei Vergiftungen sei.
Von Fachleuten wird, z.B. in den Sicherheitsdatenblättern, davor gewarnt, Milch bei Vergiftungen zu trinken.

Gleichwohl ist Milch ein zu empfehlendes hochwertiges Nahrungsmittel. Allerdings ist auch zu beachten, dass manche Personen unter der sog. Laktoseintoleranz leiden.

Wir empfehlen, dass Sie in der Angelegenheit den Betriebsarzt hinzuziehen.