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KomNet-Wissensdatenbank

Wodurch wird die Schutzart IP 54 bei einer Schweißstromquelle auf einer Baustelle begründet?

KomNet Dialog 4856

Stand: 15.10.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > angrenzende Bereiche > Sprengstoffe, Pyrotechnik

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Frage:

Bezüglich einer in Schutzart IP 23 auf einer Baustelle eingesetzten Schweißstromquelle verweist ein Gewerbeaufsichtsamt auf eine notwendige Schutzart IP 54. Worin liegt die Begründung für diese Forderung?

Antwort:

Grundsätzlich wird auf Baustellen von einem rauhen Betrieb ausgegangen, daher auch die Forderung, dass die Elektrogeräte in der Schutzart IP 54 ausgeführt sein müssen. Begründet wird diese Forderung u.a.im § 4 (3) der BGV A3 "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel", wonach elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur benutzt werden dürfen, wenn sie den betrieblichen und örtlichen Sicherheitsanforderungen im Hinblick auf Betriebsart und Umgebungseinflüsse genügen.

Die Durchführungsanweisung zu § 4 Abs. 3 BGV A3 führt dazu aus: "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel können in ihrer Funktion und Sicherheit durch Umgebungseinwirkungen (z.B. Staub, Feuchtigkeit, Wärme, mechanische Beanspruchung) nachteilig beeinflusst werden. Daher sind sowohl die einzelnen Betriebsmittel als auch die gesamte Anlage so auszuwählen und zu gestalten, dass ein ausreichender Schutz gegen diese Einwirkungen über die üblicherweise zu erwartende Lebensdauer gewährleistet ist. Hierzu zählen unter anderem die Wahl der Schutzart, der Schutzklasse, der Isolationsklasse sowie der Kriech- und Luftstrecken. Bei der Wahl sind in jedem Fall die speziellen Einsatzbedingungen zu berücksichtigen, z.B. auf Baustellen oder in aggressiver Umgebung."

Erforderliche und geeignete Speisepunkte für Baustellen können sie u.a. der BGI 608 "Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen" (Ziffer 3.2. iVm. Anhang 3) entnehmen.