Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Welche Vorgaben an einen externen Dienstleister sind bei der Prüfung von Arbeitsmitteln zu formulieren?

KomNet Dialog 4790

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Reparaturen, Wartungsarbeiten

Dialog
Favorit

Frage:

Als Auftraggeber von Prüfungen von Arbeitsmitteln kann ich eine ausreichende Sachkunde unterstellen, wenn ich die Prüfungsarbeiten von der Herstellerfirma oder von einer Sachverständigenorganisation durchführen lasse. Wenn ich einen externen Dienstleister langfristig beauftrage, in meinem Unternehmen Sachkundigenprüfungen nach konkret benannten Vorschriften durchzuführen, ist es dann ausreichend ihm die Vorschriften nur zu nennen? Oder muss ich ihm die Prüfart, Prüfumfang, Prüftiefe, Prüffristen und die Befähigung der mit der Prüfung beauftragten Personen vorgeben?

Antwort:

Gemäß § 3 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist der Arbeitgeber verpflichtet , in der Gefährdungsbeurteilung den Prüfumfang und die Prüffristen seiner Betriebsmittel vorzugeben. Er hat als Auftraggeber die Anforderung an die prüfende Person zu definieren.  

Der Prüfumfang kann in einer Norm, die Prüffristen können vom Hersteller eines Betriebsmittels vorgegeben sein.  Wird eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) mit der Prüfung beauftragt, ist diese für die Qualität des von ihr eingesetzten Personals verantwortlich. Wird keine ZÜS beauftragt kann die Anforderung  z.B. wie folgt festgelegt werden: befähigte Person nach TRBS 1203 Teil 1. 

Der Länderausschuß für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) gibt Leitlinien zur Betriebssicherheitsverordnung heraus, die Sie u.a. unter der folgenden URL im Internet finden: http://www.lfas.bayern.de/technischer_as/allgemeiner_as/betriebssichv/lasi-betrsichv/lasi_betrsichv_26082005.pdf  . Die Antwort auf Ihre Frage finden Sie im Teil A "Arbeitsmittel Allgemein" unter der Nr. A 3.3.

Sofern in den Regelwerken (BGV,BGR,DIN usw.) konkrete Angaben zu Prüfart, Prüfumfang und Prüftiefe enthalten sind und diese sich eindeutig auf das im Betrieb zu prüfende Arbeitsmittel anwenden lassen, bestehen keine Bedenken auf die entsprechende Regel (mit Angabe von Stand/Version...) zu verweisen. Evtl. sind aber Ergänzungen/Konkretisierungen in Bezug auf das Arbeitsmittel, insbesondere wenn es um komplexere Anlagen geht, notwendig.
Prüffrist und Qualifikation der befähigten Person sollten vom Arbeitgeber vorgegeben werden.

Stand: November 2006