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Welchem Regelwerk unterliegen Druckgasbehälter (Flaschen) von 300 ccm und 1000 ccm Volumen, die zur Laborprobenahme eingesetzt werden?

KomNet Dialog 4789

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Druckbehälter > Prüfung von Druckbehältern und Zubehör

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Frage:

Welchem Regelwerk unterliegen Druckgasbehälter (Flaschen) von 300 ccm und 1000 ccm Volumen, die zur Laborprobenahme eingesetzt werden? Ist bei Behältern mit 300 ccm Volumen eine wiederkehrende Prüfung Pflicht?

Antwort:

Bei dem von Ihnen angefragten Behälter handelt es sich spekulativ um ein Gefäß, welches entweder drucklos oder mit sehr geringem Druck betrieben wird.

Beim drucklosen Betrieb handelt es sich wahrscheinlich um ein Arbeitsmittel und unterliegt damit den Bestimmungen der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV. Nach § 3 Abs. 3 BetrSichV hat der Arbeitgeber auf Grund der Gefährdungsbeurteilung, der Herstellerinformationen und der vorgesehenen Betriebsweise Art, Umfang und Fristen von Prüfungen sowie die prüfende Person festzulegen. Dabei hat er insbesondere die Gefährdungen zu berücksichtigen, die mit der Benutzung des Arbeitsmittels selbst verbunden sind und die am Arbeitsplatz durch Wechselwirkungen der Arbeitsmittel untereinander oder mit Arbeitsstoffen oder der Arbeitsumgebung hervorgerufen werden (§ 3 Abs. 3 BetrSichV).

Sollte das Gefäß mit einem Überdruck betrieben werden ist zu prüfen, ob der maximal zulässige Bertiebsüberdruck multipliziert mit dem Volumen die Zahl 200 überschreitet. In diesem Falle (pxl>200 <=1000) sind die Behälter vor Inbetriebnahme durch die Zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) prüfen zu lassen (§ 14 BetrSichV). Die Behälter sind dann auch gem. § 15 BetrSichV wiederkehrend zu prüfen. Die Prüfart, der Prüfumfang und der Prüfer müssen im Rahmen einer sicherheitstechnischen Bewertung oder im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 BetrSichV ermittelt werden. Dabei sind insbesondere technische und berufsgenossenschaftliche Regeln, die Herstellerangaben (Bedienungsanleitung und Konformitätserklärung) und Normen zu berücksichtigen.