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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Qualifikation ist nötig, um im Betrieb explosionsgefährdete Bereiche zu ermitteln und festzulegen?

KomNet Dialog 4779

Stand: 17.02.2014

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

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Frage:

Welche Qualifikation ist nötig, um betriebsintern explosionsgefährdete Bereiche festzulegen und zu ermmitteln? Oder ist dies nur durch externe Dienstleister (z.B. TÜV) möglich? Welche Stellen können als zugelassene Überwachungsstelle fungieren?

Antwort:

Die Erstellung eines Explosionsschutzdokumentes ist immer dann erforderlich, wenn ein explosionsgefährdeter Bereich im Sinne von§ 2 Abs. 10 Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)  möglich ist. Explosionsgefährdete Bereiche werden gemäß § 5 BetrSichV in Zonen nach Anhang 3 der BetrSichV eingeteilt. Diese Beurteilung und Einstufung ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und der Betriebssicherheitsverordnung (§ 3 Abs. 2 BetrSichV und § 7 Abs. 3 GefStoffV) vorzunehmen. Siehe auch Anhang I Nr. 1 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).

Die Erstellung des Explosionsschutzdokumentes nach § 6 BetrSichV ist eine Pflicht des Arbeitgebers nach § 3 BetrSichV, welche wiederum auf § 5 ArbSchG (Erstellen der Gefährdungsbeurteilung) zurückgeht. An den Ersteller des Explosionsschutzdokumentes werden keine besonderen Anforderungen gestellt. Eine Abnahme oder Überprüfung nach Erstellung ist auch nicht vorgesehen.

Die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung (§ 7 GefStoffV) darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Verfügt der Arbeitgeber nicht selbst über die entsprechenden Kenntnisse, so hat er sich fachkundig beraten zu lassen. Fachkundige Personen sind insbesondere der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit (§ 7 Abs. 7 GefStoffV).

Grundsätzlich sollte sich der Arbeitgeber durch interne (Sicherheitsfachkraft, Fachabteilungen, etc.) oder externe (Ingenieurbüro, Sachverständige, etc.) Arbeitsschutzakteure bei der Erarbeitung des Explosionsschutzdokumentes beraten lassen. Er behält die Verantwortung auch bei einer Delegation. 

Zu der Rolle der befähigten Person haben wir bereits Frage-Antwort-Dialoge in unserer KomNet-Datenbank veröffentlich, beispielsweise die Dialoge 3542 und 3451 (zum Finden dieser Dialoge geben Sie einfach die Nummern in das Datenbank-Suchfeld ein).

Als Ansprechpartner sind z.B. die Technischen Überwachungsvereine (TÜV) zu nennen, die auch gleichzeitig als zugelassene Überwachungsstelle im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung fungieren. Weitere zugelassene Überwachungsstellen (z.B. Dekra, Exam BG und Germanischer Lloyd) finden sie auf der Homepage der BAuA --> zugelassene Überwachungsstellen.

Vielfach bieten die Berufsgenossenschaften (z.B.  http://www.bgetem.de/ansprechpartner-bg-etem) für ihre Mietgliedsunternehmen im Rahmen der Beratung ähnliche Dienstleistungen an. Oft können auch vorgefertigte branchenbezogene Muster zur Ermittlung und Einstufung verwendet werden. Adressen und Ansprechpartner finden sie auf den Seiten der DGUV (Suchpfad: Prävention >Fachbereiche der DGUV >Rohstoffe und chemische Industrie >Explosionsschutz) oder unter http://www.explosionsschutz.ptb.de/

Daneben gibt es zahlreiche Dienstleister, Ingenieurbüros oder Institute, die entsprechend ihren Möglichkeiten Leistungen im Explosionsschutz anbieten und über geeignete Suchmaschinen gefunden werden können.