Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Kann auch während der Stillzeit ein Beschäftigungsverbot verhängt werden? Besteht auch während der Stillzeit Kündigungsschutz?

KomNet Dialog 4769

Stand: 09.08.2018

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen

Dialog
Favorit

Frage:

Ich bin Tierärztin und befinde mich derzeit im Mutterschutz. Nach der Geburt würde ich gerne Stillen. Während der Schwangerschaft wurde bereits ein Beschäftigungsverbot verhängt. Gilt dies auch während der Stillzeit? Falls ein Beschäftigungsverbot während der Stillzeit verhängt wird, kann mein Arbeitgeber während dieser Zeit kündigen oder besteht bis zum Abstillen Kündigungsschutz?

Antwort:

Wenn es sich bei dem Beschäftigungsverbot, das Sie erhalten haben, um ein von einer Ärztin oder einem Arzt ausgesprochenes individuelles Beschäftigungsverbot gemäß § 16 Abs.1 Mutterschutzgesetz (MuSchG) handelt, ist dies grundsätzlich auf den Zeitraum der Schwangerschaft begrenzt.


Nach der Entbindung dürfen Mütter bis zum Ablauf von acht Wochen, bei Früh- und Mehrlingsgeburten bis zum Ablauf von zwölf Wochen nicht beschäftigt werden (§ 3 Abs.2 MuSchG).


Wenn Sie in den ersten Monaten nach der Entbindung nicht voll leistungsfähig sind und dies durch ein ärztliches Zeugnis attestiert wird, darf Ihr Arbeitgeber Sie nicht mit Arbeiten beschäftigen, die Ihre Leistungsfähigkeit überschreiten (§ 16 Abs.2 MuSchG).


Für stillende Frauen gibt es unzulässige Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen, die im § 12 MuSchG aufgeführt sind.


Der Kündigungsschutz ist im § 17 MuSchG geregelt. Danach besteht ein mutterschutzrechtliches Kündigungsverbot vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung. Danach ist nach dem MuSchG eine Kündigung möglich, unabhängig davon, ob Sie weiter stillen oder nicht.


Wenn Sie unmittelbar nach der Geburt Ihres Kindes Elternzeit nehmen, verlängert sich der besondere Kündigungsschutz bis zum Ablauf der angemeldeten Elternzeit (§ 18 BEEG). Einzelheiten hierzu finden Sie in der Broschüre "Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit".