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Welche Schutzmaßnahmen sind beim Bau einer Strahlkabine für das Glasperlenstrahlen von Edelstahlschweißnähten zu beachten?

KomNet Dialog 4721

Stand: 07.11.2006

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen durch Gefahrstoffe > Gefährdungen durch Stäube

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Frage:

Für das Glasperlenstrahlen von Edelstahlschweißnähten soll eine Strahlkabine von 6 m Länge, 3 m Breite und 2,75 m Höhe (Stahlgestell beplankt) gebaut werden. Der Mitarbeiter soll mit Frischluftmaske in der Kabine arbeiten. An Anforderungen für den Kabinenbau habe ich bisher gelesen: - Glatte Wände wegen Staubablagerung (Würden OSB-Platten dieser Forderung gerecht?) - Sichtverbindung nach Außen - Unterschiedliche Angaben zu den Luftwechseln der Kabinenluft. (Reicht gute Sicht?) Keine Angaben konnte ich zur Explosionsgefahr finden. Ist Ex-Schutz-Elektrik erforderlich und sind ggf. zusätzliche Auflagen zu beachten?

Antwort:

Anforderungen an Strahlarbeiten finden Sie hier. Dort finden Sie auch Informationen zu Brand- und Explosionsschutzmaßnahmen.

Bei Freistrahleinrichtungen sind persönliche Schutzausrüstungen mit umgebungsluftunabhängiger Frischluftversorgung Standard

Bezüglich der gefahrstoffrechtlichen Regelungen ist die Gefahrstoffverordnung relevant.

Die aufgehobene Unfallverhütungsvorschrift BGV D 26 (VBG 48) Strahlarbeiten kann als Erkenntnisquelle im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung herangezogen werden. In der BGV D 26 (VBG 48) bzw. der dazu veröffentlichten Durchführungsanweisung sind Angaben zu Luftwechselraten aufgeführt.

Auf den Strahlraum sind die Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung anzuwenden. Die Arbeitsstättenverordnung fordert ausreichend Tageslicht und künstliche Beleuchtung. Näheres dazu ist in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten zu finden.

Als Wandbekleidung halten wir OSB-Platten für ungeeignet, da bei Strahlarbeiten die Oberfläche sehr schnell beschädigt wird. Fasern der Platten stellen sich auf, die erfahrungsgemäß zu Verletzungen der Beschäftigten oder Beschädigungen der persönlichen Schutzausrüstung führen können. Die konkret notwendigen Maßnahmen müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung unter Zugrundelegung der stofflichen Eigenschaften und der Tätigkeiten der Arbeitnehmer erstellt werden. Dabei sollten die Sicherheitsfachkraft und der Betriebsarzt beteiligt werden.