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Wie ist die Prüfung eines von einer Gerüstbaufirma erbauten und freigegebenen Gerüstes zu dokumentieren? Welche Verantwortung hat der Prüfer?

KomNet Dialog 4716

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Durchführung von Prüfungen

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Frage:

Thema: Prüfung eines Gerüstes vor Benutzung Ausgangslage: Ein von einer Gerüstbaufachfirma erbautes, gekennzeichnetes und freigegebenes Gerüst. Ein Unternehmen, das die Erstellung eines Gerüstes beauftragt, das danach von eigenen Mitarbeitern benutzt werden soll, hat vor der ersten Inbetriebnahme durch eine Prüfung des Gerüstes dessen sichere Funktion und ordnungsgemäßen Zustand festzustellen. 1. Ist diese Prüfung zwingend schriftlich zu dokumentieren? 2. Welche Verantwortung übernimmt dieser Prüfer?

Antwort:

Zu Frage 1:

Nach § 11 Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sind die Ergebnisse der Prüfungen aufzuzeichnen.

Nach BGI 663 „Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten“ trägt jeder Unternehmer, der eigene Beschäftigte oder Leiharbeitnehmer Gerüste oder Teilbereiche benutzen lässt, Verantwortung dafür, dass sich diese in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden, denn er ist verantwortlich für die Sicherheit seiner Beschäftigten. Deshalb soll er vor der ersten Inbetriebnahme durch eine Prüfung des Gerüstes dessen sichere Funktion feststellen. Die Prüfung darf nur durch eine hierzu befähigte Person, z.B. den Aufsichtsführenden durchgeführt werden. Der Unternehmer, der das Gerüst benutzen lässt, kann sich die Prüfung erleichtern, wenn er dazu seine Gefährdungsbeurteilung und den Plan für die Benutzung verwendet, den ihm z.B. der Gerüstbauer zur Verfügung gestellt hat. Es wird empfohlen, die Ergebnisse der Prüfungen in Form eines Prüfprotokolls zu dokumentieren und diese mindestens drei Monate über die Standzeit des Gerüstes hinaus aufzubewahren (vergl. Punkt 6 der BGI 663). Ein Muster einer Checkliste findet sich im Anhang 3 der BGI 663.

Falls mehrere Unternehmer das Gerüst gleichzeitig oder nacheinander nutzen, hat jeder Unternehmer sich von dessen sicherer Benutzbarkeit zu überzeugen.

Die Verantwortung der Gerüstbaufirma ist ebenfalls in der  BGI 663 ausführlich beschrieben.


Zu Frage 2:

Die befähigte Person überprüft die sichere Funktion, d.h. die Prüfung:

  • auf Eignung für den vorgesehenen Verwendungszweck als Arbeits- und Schutzgerüst
  • der Last-, Breiten- und Höhenklassen für die vorgesehenen Arbeiten
  • auf augenfällige Mängel, z.B. der Aufstellfläche, der Aufstiege, der Beläge, der Eckausbildung, der Verankerung, des Seitenschutzes und des Abstands zum Gebäude

Für diese Funktionsprüfung trägt die befähigte Person die Verantwortung, soweit sie tatsächlich befähigt ist (Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Tätigkeit) und vom Arbeitgeber mit der Prüfung beauftragt wurde. Grundsätzlich trägt aber der Arbeitgeber die Verantwortung für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit.