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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen in einer bestehenden Ex-Anlage (Zone 1) elektrische Komponenten ohne ATEX-Zulassung eingesetzt werden? Wer nimmt diese ab?

KomNet Dialog 4672

Stand: 15.10.2006

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

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Frage:

In einer bestehenden Ex-Anlage sollen elektrische Komponenten ohne ATEX-Zulassung bzw. ohne Systembescheinigung in Zone 1 neu eingesetzt werden. Diese Installationen wurden früher durch einen Sachverständigen nach §14(?) ElexV abgenommen. Wer darf diese Neuinstallationen abnehnen bzw. dürfen diese nicht ATEX-zugelassen Komponenten überhaupt noch eigesetzt werden?

Antwort:

Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) bestimmt in § 7 Abs. 3 und 4 in Verbindung mit Anhang 4 B, dass für explosionsgefährdete Bereiche Geräte und Schutzsysteme (Vorrichtungen, Komponenten) entsprechend den Kategorien gemäß der ATEX-Richtlinie 94/9 EG [pdf] auszuwählen sind. Das bedeutet, dass im explosionsgefährdeten Bereich der Zone 1 Geräte der Kategorie 1 oder 2 eingesetzt werden sollen.

Ab dem 01.07.2003 dürfen nur noch (elektrische und nichtelektrische) Arbeitsmittel erstmalig im Unternehmen den Beschäftigten bereitgestellt werden, wenn sie der Richtlinie 94/9/EG (bzw. der 11. GPSGV) entsprechen (§ 7 Abs. 3 BetrSichV).

Eine Abweichung von den Vorgaben ist in begründeten Fällen möglich. Dies ist dann im Explosionsschutzdokument (bzw. der Gefährdungsbeurteilung) darzulegen (Satz 1 Anhang 4 B der Betriebssicherheitsverordnung ).

Siehe dazu die Leitlinien zur Betriebssicherheitsverordnung des LASI, insbesondere die Kapitel Nr. A 7.6, E 5.1 und E 7. ff. 

Hinweis: Komponenten sind Bauteile, die für den sicheren Betrieb von Geräten und Schutzsystemen erforderlich sind, ohne jedoch selbst eine autonome Funktion zu erfüllen. Die Leitlinien zur ATEX führen auf den Seiten 17 und 21 bestimmte Anforderungen aus und nennen Beispiele (--> ATEX-Leitlinien zur RL 94/9/EG [pdf]).

Die erstmalige Prüfung und die Prüfung nach Änderung und wesentlicher Veränderung einer überwachungsbedürftigen Anlage muss durch die zugelasene Überwachungsstelle (ZÜS) erfolgen. Dabei können die Prüfungen der Geräte, Schutzsysteme und Komponenten im Sinne der RL 94/9/EG durch eine befähigte Person durchgeführt werden (§ 14 Abs. 3 Nr. 1 BetrSichV).

Sofern keine "zugelassenen" Geräte, Schutzsysteme oder Komponenten im Sinne der RL 94/9/EG eingesetzt werden, greifen die Prüferleichterungen (befähigte Person) nicht.