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Welche Vorschriften sind für das Betreiben eines Notstromaggregats (Baujahr 1937) zu beachten?

KomNet Dialog 4642

Stand: 01.09.2006

Kategorie: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Beschaffenheit `alte` Arbeitsmittel / Nachrüstung

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Frage:

Welche Vorschriften sind für das Betreiben eines Notstromaggregats (Baujahr 1937) zu beachten? Betrieben wird die Anlage mit Dieselkraftstoff, der Tank hat ein Fassungsvermögen von 1500 Litern. Darf die Anlage heute noch in einem Gebäude stehen?

Antwort:

Das Notstromaggregat unterliegt den Vorgaben des GPSG (Geräte- und Produktsicherheitsgesetz ) :

Bei der Montage, der Installation und dem Betrieb der nach dem GPSG überwachungsbedürftigen Anlage sind folgende Vorschriften einzuhalten:

  • die Vorschriften des GPSG,
  • die Vorschriften der aufgrund des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes erlassenen Rechtsverordnungen: Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) vom 27.09.2002
  • die allg. anerkannten Regeln der Technik (TRbF = Technische Regeln für brennbare Flüssigkeiten) sowie die Arbeitsschutz und Unfallverhütungsvorschriften (§ 4 Abs. 1 GPSG)
  • die Vorschriften der Anlagenverordnung für wassergefährdende Stoffe (VAwS)  vom 02.04.2002


Im Einzelnen bedeutet das:

1. Der Lagerbehälter muss doppelwandig sein oder als einwandiger Behälter in einem flüssigkeitsdichten Auffangraum stehen. Ausgenommen hiervon sind für diesen Verwendungszweck ausdrücklich zugelassene Kunststoffbehälter.  (TRbF 20 Nr. 3.2.2)

2. Tanks mit einem Rauminhalt von mehr als 1.000 l zur Lagerung von Dieselkraftstoff oder Heizöl EL, die aus Straßentankwagen oder Aufsetztanks befüllt werden, müssen mit einem Grenzwertgeber ausgerüstet sein, der zusammen mit dem Tankwagen die Funktion der vorgeschriebenen Abfüllsicherung ermöglicht. (TRbF 20 Nr. 9.3.2.3)

3. Zum Befüllen und Entleeren muss jeder Tank mit Einrichtungen versehen sein, die den sicheren Anschluss einer festverlegten Rohrleitung oder einer abnehmbaren Leitung ermöglichen. (TRbF 40 Nr. 3.5.2)

4. Lüftungseinrichtungen von Tanks dürfen nicht in geschlossene Räume münden. Die Austrittsöffnungen von Lüftungseinrichtungen müssen gegen das Eindringen von Regenwasser geschützt sein. (TRbF 20 Nr. 9.1.2.4)

5. Für Räume zur Lagerung brandfördernder Flüssigkeiten und einer Lagermenge bis 5.000 l gelten die baurechtlichen Anforderungen an die Lagerung von Heizöl in Gebäuden auch für Räume zur Lagerung anderer brandfördernder Flüssigkeiten entsprechend. (TRbF 20 Nr. 5.2)

6. In Durchgängen und Durchfahrten,in allgemein zugänglichen Fluren, in Treppenräumen, auf Dächern von Wohn- oder Bürohäuser und ähnlichen Gebäuden sowie in deren Dachräumen ist die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten unzulässig. (TRbF 20 Nr. 3.1.1)

7. Einrichtungen zur Förderung brennbarer Flüssigkeiten müssen im Gefahrfall von einem Ort stillgesetzt werden können, der schnell und ungehindert erreichbar ist. (TRbF 20 Nr. 4.5)

8. Ist bei der Entnahmeleitung mit Abhebern zu rechnen, so ist der Leitungsanschluss am Tank mit einer Absperrvorrichtung zu versehen. (TRbF 20 Nr. 9.4.1 Abs. 3)

9. In der Nähe der Anlage ist ein 6 kg Feuerlöscher, mind. der Brandklasse B anzubringen.

10. Der Tagestank für den Dieselmotor ist entweder doppelwandig auszuführen oder in einem Auffangraum aufzustellen, der den gesamten Inhalt des Behälters aufnehmen kann. (TRbF 20 Nr. 3.2.2)