Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Muss ich die vorgeschriebenen Augenuntersuchungen vom Betriebsarzt durchführen lassen oder habe ich freie Arztwahl?

KomNet Dialog 462

Stand:

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Sonstige Fragen (13.1.5)

Dialog
Favorit

Frage:

Die Bildschirmarbeitsverordnung ist rechtlich dem G37 übergeordnet. Ist es demnach richtig, dass mein Arbeitgeber mir NUR die Untersuchung nach dem G37 anbietet oder kann ich auch zu einem Augenarzt `meines Vertrauens` gehen (freie Arztwahl) und die anfallenden Kosten werden vom Arbeitgeber übernommen?

Antwort:

Unter bestimmten Umständen kann der Arbeitnehmer einen Arzt seiner Wahl aufsuchen, aber der Arbeitgeber muss nicht automatisch alle Kosten übernehmen. § 6 der Bildschirmverordnung besagt, dass der Arbeitgeber der/dem Beschäftigten vor Aufnahme ihrer/seiner Tätigkeit und anschließend in regelmäßigen Zeitabschnitten, sowie bei Auftreten von Sehbeschwerden, die auf die Arbeit am Bildschirmgerät zurückgeführt werden können, eine angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens durch eine fachkundige Person anzubieten hat. Nach der Interpretation des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) reicht ein alleiniges Angebot eines Sehtests (Untersuchung des Sehvermögens), wie er auch durch eine Optiker/einen Optiker durchgeführt werden könnte, nicht aus. Demnach muss in jedem Fall eine ärztliche Untersuchung angeboten werden. In jedem Fall ist ein/e für die G 37 ermächtigte/r Ärztin/Arzt eine fachkundige Person. Dieses kann sowohl ein/e Arbeitsmediziner/in, als auch ein/e Augenarzt/ärztin sein. Im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber kann die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer auch statt des für den Betrieb zuständigen Arbeitsmedizinerin/s eine Augenärztin/einen Augenarzt seiner Wahl, der aber für die G 37 ermächtigt sein muss, aufsuchen. Dadurch entstehende Mehrkosten (längerer Anfahrtsweg, längere Abwesenheit) muss der Arbeitgeber nicht übernehmen, wohl aber die Kosten, die bei Durchführung der angebotenen Untersuchung angefallen wären.