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KomNet-Wissensdatenbank

Wie erfolgt die Fristberechnung bei Beschäftigungsverboten nach dem Mutterschutzgesetz?

KomNet Dialog 4604

Stand: 06.03.2015

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Mutterschutzfristen, Elternzeit

Dialog
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Frage:

Es geht um die Einhaltung der Beschäftigungsverbote. Nach 8 Abs. 3 Ziff. 3 Mutterschutzgesetz dürfen wir die Künstlerinnen unseres Hauses bei Theater- oder Musikaufführungen in den ersten 4 Monaten der Schwangerschaft bis 23 Uhr beschäftigen. Wie berechnet man das Ende des 4. Monats richtig?

Antwort:

Künstlerinnen dürfen nach Ablauf der ersten vier Monate der Schwangerschaft nicht mehr bis 23 Uhr beschäftigt werden; es besteht dann ein Beschäftigungsverbot ab 20 Uhr.

Das Ende des 4. Monats errechnet sich wie folgt:
Es ist immer von einer durchschnittlichen Dauer der Schwangerschaft von 280 Tagen auszugehen. Von dem im Zeugnis des Arztes oder der Hebamme angegebenen mutmaßlichen Entbindungstermin ist um 280 Tage zurückzurechnen. Auf diese Weise kann man den mutmaßlichen Tag des Beginns der Schwangerschaft feststellen. Die Viermonatsfrist beginnt mit dem auf diesen Tag folgenden Tag und endet im vierten Monat danach an dem Tag, der durch seine Zahl dem Tag des Schwangerschaftsbeginns entspricht.


Beispiel: voraussichtliche Entbindung       = 03.03.2015
Minus 280 Tage                                      = 27.05.2014
Folgedatum:                                           = 28.05.2014
Ende des 4. Monats                                = 27.09.2014


Dieser Berechnungsmodus gilt auch für andere Beschäftigungsverbote des Mutterschutzgesetzes, die z.B. eine Drei- oder Fünfmonatsfrist vorsehen (§ 4 Abs. 2 Ziffer 2 oder Ziffer 7).