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Wie sind ammoniumnitrathaltige Zubereitungen einzustufen?

KomNet Dialog 4591

Stand:

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Einstufung, Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt > Einstufung

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Frage:

Ammoniumnitrathaltige Zubereitungen sind nach Anhang III Nr.6 GefstoffV einzustufen und zu kennzeichnen. Ist diese Einstufung und Kennzeichnung ausreichend, oder handelt es sich um eine zusätzliche Kennzeichnung? z.B. Eine AN-haltige Zubereitung wird aufgrund ihrer Zusammensetzung in B II eingestuft und ist somit fähig zur selbstunterhaltenden thermischen Zersetzung. Kennzeichnung der Verpackung `Düngemittel mit Ammoniumnitrat Gruppe B`. Muss auch noch geprüft/angegeben werden, ob die Zubereitung brandfördernd ist?

Antwort:

Der Anhang I Nr. 5 der Gefahrstoffverordnung gilt für das Lagern, Abfüllen und innerbetriebliche Befördern von Ammoniumnitrat und ammoniumnitrathaltiger Zubereitungen. Die Einteilung in unterschiedliche Gruppen (z.B.: B II) dient hier zusammen mit den Lagermengen im Wesentlichen der effizienteren Zuordnung von Vorsorgemaßnahmen nach Nr. 6.4 ff. des Anhangs.

Von dieser Gruppeneinteilung ist die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Zubereitungen i.S. des § 5 Gefahrstoffverordnung zu unterscheiden. Hiernach hat der Hersteller oder Einführer Stoffe und Zubereitungen vor dem Inverkehrbringen nach der Richtlinie 67/548/EWG bzw. 1999/45/EWG einzustufen und entsprechend zu kennzeichnen.
Ob Stoffe oder Zubereitungen als brandfördernd einzustufen sind, richtet sich nach den Kriterien des Anhangs VI Nr. 2.2.2 der Richtlinie 67/548/EWG. Die Fähigkeit einer Zubereitung zur selbstunterhaltenden thermischen Zersetzung -ableitbar aus der Gruppenzuordnung nach Anhang III, Nr. 6 der Gefahrstoffverordnung- ersetzt unter den v.g. Umständen nicht die entsprechende Einstufung und Kennzeichnung i.S. des § 5 Gefahrstoffverordnung.