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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen Bürotüren, sofern die Laufbreite des Flures einggeengt wird, nach innen aufschlagen?

KomNet Dialog 4510

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

Dialog
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Frage:

In einem relativ engen Büroflur gehen in einem Stockwerk alle Türen nach außen auf. Müssten diese nicht nach innen aufgehen ?

Antwort:

Grundsätzlich sollten Türen von z. B. Büroräumen nach innen aufgehen, damit Personen, die sich auf dem Flur befinden, nicht von einer geöffneten Tür verletzt werden. Ausgenommen davon sind Räume, die im Gefahrfall schnell verlassen werden müssen, z. B. Laborräume.

Gemäß der Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV - vom 12.08.2004 hat der Arbeitgeber nach § 3 Abs. 1 Arbeitsstätten so einzurichten und zu betreiben, dass von ihnen keine Gefährdungen für die Gesundheit der Beschäftigten ausgehen können. In der ArbStättV im Anhang nach § 3 Abs. 1 wird unter der Ziffer 2.3 aufgeführt, dass sich Türen von Notausgängen nach außen öffnen lassen müssen. Türen im Verlauf von Fluchtwegen sollen in Fluchtrichtung aufschlagen. Dies gilt aber z. B. nicht für die Zugangstür zum Rettungsweg (z. B. vom Büro auf den Flur), es sei denn, das ist in einer besonderen Vorschrift gefordert (zum Beispiel für Türen von Laboratorien, in denen mit Gefahrstoffen umgegangen wird).

In der ASR 10/1 - Türen und Tore - unter der Ziff. 4.3 sollen Türen und Tore so angebracht sein, dass sie im aufgeschlagenem Zustand die nutzbare Laufbreite vorbeiführender Verkehrswege (Flure) nicht einengen. Bei einer Anzahl von 5 Personen, die sich auf dem Flur oder in den Büroräumen befinden, sollte die freie Gehwegbreite mindestens 0,875 m (Baurichtmaß) betragen (bis 20 Personen 1,00 m; bis 100 Personen 1,25 m).

Anmerkung zu den Arbeitsstätten - Richtlinien - ASR - :
Nach § 8 der neuen ArbStättV gelten die alten Arbeitsstättenrichtlinien – ASR – weiter, bis entsprechende neue Regeln durch den Ausschuss für Arbeitsstätten erarbeitet und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bekannt gemacht werden, längstens jedoch bis 2010.

Nach § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - hat der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung an den vorhandenen Arbeitsplätzen durchzuführen. Auf der Basis der Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung hat dann der Arbeitgeber alle erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen.

Aus Ihrer Anfrage ist nicht ersichtlich, wie alt das Gebäude ist bzw. wie lange der geschilderte Zustand besteht. Es stellt sich die Frage, ob es angemessen ist, sämtliche Türen entsprechend umzubauen bzw. auszutauschen.

Unterstützung bei der Einrichtung von Arbeitsplätzen bzw. Beratung vor Ort erhalten Sie u. a. durch das für Sie zuständige Amt für Arbeitsschutz oder die Berufsgenossenschaft.

Stand: August 2006