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Gibt es eine Vorschrift, die besagt, dass Treppenstufen direkt an der Wand befestigt sein (oder enden) müssen ?

KomNet Dialog 4472

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

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Frage:

In einem neu angemieteten Bürogebäude ist die Treppe ( Fluchtweg) mit Trittstufen ausgestattet, die nicht direkt bündig an der Wand,sondern ca 5cm von der Wand entfernt angebracht sind. Es gibt also die Möglichkeit in diesem Spalt hängen zu bleiben, bzw. Gegenstände können im Treppenhaus nach unten durchfallen. Gibt es eine Vorschrift, die besagt, dass Treppenstufen direkt an der Wand befestigt sein müssen ?

Antwort:

Eine solche Vorschrift existiert nicht. Maßgeblich für die Ausführung von Treppen ist bislang noch die Arbeitsstättenrichtlinie ASR 17/1,2 `Verkehrswege`. Diese Richtlinie übernimmt für die Gestaltung von Treppen die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften derBGI 561 `Treppen`.

Der Anhang der Arbeitsstättenverordnungfordert unter Nr. 1.8, dass "Verkehrswege, einschließlich Treppen, fest angebrachte Steigleitern und Laderampen so angelegt und bemessen sein müssen, dass sie je nach ihrem Bestimmungszweck leicht und sicher begangen oder befahren werden können und in der Nähe Beschäftigte nicht gefährdet werden."

Weiterhin können die Ausführung zur Absturzsicherungen relevant sein. Diese finden sich in der Arbeitsstättenrichtlinie 12/1-3(z.B. Herabfallen von Gegenständen auf Verkehrswege). So ist nach dem Anhang der Arbeitsstättenverordnung (Nr. 2.1) ein:
"Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen (s. ASR 12/1-3)" zu treffen.
"Arbeitsplätze und Verkehrswege, bei denen die Gefahr des Absturzes von Beschäftigten oder des Herabfallens von Gegenständen bestehen oder die an Gefahrenbereiche grenzen, müssen mit Einrichtungen
versehen sein, die verhindern, dass Beschäftigte abstürzen oder durch herabfallende Gegenstände verletzt werden oder in die Gefahrenbereiche gelangen. Arbeitsplätze und Verkehrswege nach Satz 1 müssen gegen unbefugtes Betreten gesichert und gut sichtbar als Gefahrenbereich gekennzeichnet sein. Zum Schutz derjenigen, die diese Bereiche betreten müssen, sind geeignete Maßnahmen zu treffen."

Eine solche Einrichtung können bündig abschließende Treppenstufen sein. Allerdings ist in keiner dieser Vorschriften und Regelwerke der Wandanschluss der Treppenstufen konkret vorgeschrieben. Es bleibt Ihnen daher nur der Weg über die individuelle Gefährdungsbeurteilung. Sollte diese Gefährdungsbeurteilung plausibel eine erhöhte Gefährdung der Beschäftigten durch den seitlichen Spalt ergeben, können Sie unter Verweis auf diese Gefährdung mit Ihrem Vermieter über eine Beseitigung der Gefahr verhandeln. Bei der Gefährdungsbeurteilung sollten Sie sich von einer Fachkraft für Arbeitssicherheit und einem Betriebsarzt unterstützen lassen. Das für Ihren Betrieb zuständige Staatliche Amt für Arbeitsschutz bzw. Gewerbeaufsichtsamt ist auch gerne bereit, Sie vor Ort zu beraten (www.arbeitsschutz.nrw.de -> Arbeitsschutz in.....).

Hinweis: Die ASR stellen gemäß den Übergangsvorschriften aus § 8 (2) Arbeitsstättenverordnung - ArbStättVden Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene im Sinne von § 4 Ziffer 3 Arbeitsschutzgesetzdar (siehe die amtl. Begründung zur ArbStättV).

Stand: August 2006