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Wie kann die geforderte Berufserfahrung einer befähigten Person mit besonderen Kenntnissen im Explosionsschutz erworben werden?

KomNet Dialog 4446

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Prüfungen (1.4.3)

Dialog
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Frage:

In unserem Betrieb soll für bestimmte Prüfungen an überwachungsbedürftigen Anlagen nach BertrSichV die Sicherheitsfachkraft (Sicherheitsingenieur) als `Befähigte Person mit besonderer Kenntnis im Bereich Explosionsschutz` beauftragt werden. Allerdings hat die Sicherheitsfachkraft keine Erfahrung im Umgang mit den betreffenden Arbeitmitteln und den entsprechenden Prüfungen (alle anderen Voraussetzungen nach TRBS 1203-1 werden erfüllt). Auf welche Art und in welchem Umfang können diese Kenntnisse und Erfahrungen aufgeholt werden? Reicht es aus, z.B. eine Woche einen Industriemechanik-Meister zu begleiten, der über diese Kenntnisse und Erfahrungen verfügt?

Antwort:

Befähigte Personen entsprechend § 2 Abs. 7 Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV verfügen für ihre Aufgabe über Fachkenntnisse, die sie in ihrer
- Berufsausbildung,
- Berufserfahrung und
- zeitnahen beruflichen Tätigkeit
erworben haben.

Für befähigte Personen für den Gefahrenbereich Explosionsschutz ist die Technische Regel für Betriebssicherheit  TRBS 1203 - Allgemeiner Teil und Teil 1 maßgebend. Die TRBS erhalten Sie unter www.baua.de -> Themen A-Z -> Anlagen- und Betriebssicherheit -> Ausschuss für Betriebssicherheit (ABS) -> TRBS

Gemäß Ihrer Fragestellung soll eine befähigte Person mit besonderen Kenntnissen im Explosionsschutz eingesetzt werden. Diese führt dann Prüfungen nach Anhang 4 Teil A Nr. 3.8 BetrSichV aus.

Unter Nr. 2.2 "Berufserfahrung" der TRBS 1203 Teil 1 werden speziell für diese Prüfung (befähigte Person) keine Anforderungen gestellt, so dass sich die erforderliche Berufserfahrung aus den entsprechenden Anforderungen der TRBS 1203 - Allgemeiner Teil heraus ableitet. Demnach muss die befähigte Person eine nachgewiesene Zeit im Berufsleben mit den Arbeitsmitteln umgegangen sein. Dabei soll sie entsprechenden Prüfaufgaben (theoretisch und praktisch) beobachtet/begleitet haben.

Gemäß der Leitlinie zur BetrSichV Nr. E 14.2 wird auch bei der Prüfung nach Anhang 4 Teil A Nr. 3.8 BetrSichV eine grundsätzlich andere Zielrichtung verfolgt, so dass die Anforderungen der befähigten Person für diese Prüfung von den Anforderungen der befähigte Person für die "Komponentenprüfung" nach den §§ 14 und 15 BetrSichV abweichen.

Sollen von der befähigten Person auch Prüfaufgaben nach den §§ 14 oder 15 BetrSichV vorgenommen werden, so sind konkrete Erfahrungen - mit der Herstellung, dem Zusammenbau oder mit der Instandhaltung (-setzung) von Anlagen bzw. Geräten und Schutzsystemen der Rl 94/9/EG - von einem Jahr erforderlich (Nr. 2.2 TRBS 1203 Teil 1).

Inwieweit alternative Erfahrungen nachgeholt werden können, kann von KomNet nicht beantwortet werden. Konkrete Festlegungen müssen Sie mit der zuständigen Behörde abklären. Ihr zuständiges Amt erreichen sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de -> Arbeitsschutz in.....