Inhaltsbereich

KomNet-Wissensdatenbank

Wie ist mit Pfichtvorsorgen nach ArbMedVV aufgrund der Coronapandemie umzugehen?

KomNet Dialog 43592

Stand: 28.09.2021

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Epidemie, Pandemie

Favorit

Frage:

Aufgrund der Coronapandemie konnten in vielen Betrieben die Pfichtvorsorgen nach ArbMedVV entweder gar nicht durchgeführt werden, bzw. der Wiederholungsrhythmus wurde nicht eingehalten. Gibt es hier eine Aussage, wie damit umzugehen ist. Bei der Ersthelferausbildung wurde der 2-Jahresrhythmus z.B. auf max. 3 Jahre hochgerechnet.

Antwort:

Erläuterungen zu dieser Thematik finden sich in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel unter der Nummer 5.2 "Arbeitsmedizinische Vorsorge". Dort heißt es:


"5.2.1 Allgemeine Hinweise zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

(1) In der Epidemiesituation gelten für die persönliche Aufklärung und Beratung der Beschäftigten zu individuellen arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren die Anforderungen der ArbMedVV weiterhin. Insbesondere bei der Nutzung von PSA (zum Beispiel Atemschutzmasken) ist die individuelle Anpassung von Bedeutung. Das Thema soll Gegenstand der arbeitsmedizinischen Vorsorge sein.

...

(3) Die Fristen nach der Arbeitsmedizinischen Regel (AMR) 2.1 „Fristen für die Veranlassung/das Angebot von arbeitsmedizinischer Vorsorge“ behalten ihre Geltung. Vorsorgetermine, die aus persönlichen oder organisatorischen Gründen während einer SARS-CoV-2-Epidemie verschoben werden, müssen zeitnah nachgeholt und auf den bisherigen Rhythmus zurückgeführt werden. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung mehrere Vorsorgeanlässe für Beschäftigte, soll die arbeitsmedizinische Vorsorge an einem Termin stattfinden.

(4) Arbeitsmedizinische Vorsorge kann als telefonische/telemedizinische Anamneseerhebung und Beratung durchgeführt werden. Zur Entlastung der betriebsärztlichen Praxistätigkeit und damit Vermeidung möglicher Infektionsketten wird empfohlen, sonstige ärztliche Konsultationen, die rechtlich nicht vorgeschrieben sind, möglichst telefonisch/telemedizinisch abzuwickeln oder zu verschieben.

...

(6) Die Betriebsärztin/der Betriebsarzt muss die arbeitsmedizinische Vorsorge in geeigneten Zeitabständen auswerten, um besondere Gefährdungsschwerpunkte zu identifizieren und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen zu empfehlen.

(7) Die allgemeinen Vorgaben in Abschnitt 4 der AMR 3.2 „Arbeitsmedizinische Prävention“ sind zu berücksichtigen."


Hinweis:

Auf die "Antworten auf häufig gestellte Fragen zu arbeits­medizinischer Vorsorge" der BAuA möchten wir hinweisen.