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Sind die Angaben Schalldruckpegel Lpeq (nach DIN ISO 7182) und LpA sowie beim Schallleistungspegel Lweq (nach DIN ISO 9207) und LWA miteinander vergleichbar?

KomNet Dialog 43505

Stand: 12.04.2021

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Lärm > Lärmmessungen, Grenzwerte

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Frage:

Sind die Angaben Schalldruckpegel Lpeq (nach DIN ISO 7182) und LpA sowie beim Schallleistungspegel Lweq (nach DIN ISO 9207) und LWA miteinander vergleichbar? Die Lpeq- und Lweq-Angaben stammen aus der Betriebsanleitung eines renommierten Herstellers. LpA und Lwa-Angaben finde ich jedoch nicht. Ich gehe davon aus, dass der Hersteller die gesetzlichen Vorgaben eingehalten hat und es sich hierbei um die geforderten Pflichtangaben handelt, bin mir aber nicht sicher.

Antwort:

Eine genaue Definition findet sich in den Begriffsbestimmungen der TRLV Lärm Teil Allgemeines.


"Der Emissions-Schalldruckpegel LpA ist die kennzeichnende Emissionsgröße für einen der Maschine zugeordneten Arbeitsplatz. Der Emissions-Schalldruckpegel ergibt sich allein durch die Geräuschabstrahlung dieser einen Maschine direkt auf den dieser Maschine zugeordneten Arbeitsplatz. Er wird unter den gleichen Betriebs- und Aufstellungsbedingungen wie der Schallleistungspegel LWA ermittelt und erfasst damit nicht andere mögliche Einflussgrößen, wie das Fremdgeräusch benachbarter Maschinen und den Reflexionsschall der Decke und der Wände, d. h. die Raumrückwirkung."


"Der Schallleistungspegel LWA beschreibt den von einer Schallquelle insgesamt abgestrahlten Luftschall. Damit ist der Schallleistungspegel unabhängig von den akustischen Eigenschaften der Umgebung (Raumrückwirkung und Fremdgeräusche) und der Entfernung von der Maschine."


"Der A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel Lpeq ist der zeitlich gemittelte, mit der Frequenzbewertung A aufgenommene Schalldruckpegel LpA."

Um zu verdeutlichen, dass es sich hier um einen Schalldruckpegel handelt, wird bei dem Symbol Leq vielfach als erster Index ein p ergänzt, also das Symbol Lpeq benutzt (Lärmschutz-Arbeitsblatt LSA 01-400, Punkt 4.4).


Genauso verhält es sich mit dem zeitlich gemittelten Schallleistungspegel Lweq. Nur dass hier wie beim LWA der insgesamt abgestrahlter Luftschall einer Maschine und nicht die Geräuschabstrahlung dieser einen Maschine direkt auf den zugeordneten Arbeitsplatz gemessen wird.


Die Norm ISO 9207:1995-09 wurde zurückgezogen und durch die ISO 22868:2021-01 ersetzt. Dabei handelt es sich um eine Geräuschmessnorm für handgehaltene Maschinen mit Verbrennungsmotor. Die Norm beschreibt Lärmmessverfahren für Forst- und Gartenmaschinen. So müssen z. B. bei einer Kettensäge 4 Messungen mit einer Gesamtdauer von mindestens 20 Sekunden durchgeführt werden. Dabei darf keine der Messungen unter 2 Sekunden liegen. Aus den einzelnen Messergebnissen wird so der zeitlich gemittelte Dauerschallpegel Lpeq und Lweq ermittelt.


Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung - 32. BImSchV gibt in §3.1.1 vor, dass "jedes Gerät oder jede Maschine mit der CE-Kennzeichnung und der Angabe des garantierten Schallleistungspegels nach Artikel 11 Abs. 1, 2 und 5 der Richtlinie 2000/14/EG und nach Satz 2 und 3 zu versehen ist."


Die Richtlinie 2000/14/EG schreibt unter Artikel 11.2 die Kennzeichnung der Schalleistungspegel vor. Im Anhang IV ist ein Muster der Kennzeichnung aufgeführt: "Die Angabe des garantierten Schalleistungspegels muss aus dem Zahlenwert des garantierten Schalleistungspegels in dB, dem Zeichen „LWA“ und dem Piktogramm bestehen".


Zusammenfassend lässt sich Folgendes feststellen: die Richtlinie 2000/14/EG gibt vor, dass Maschinen eine Kennzeichnung des Schalleistungspegel LWA haben müssen. Die Norm ISO 22868:2021-01 verlangt eine mehrmalige Messung der Schallpegel. Deshalb ist eine Kennzeichnung mit Lpeq und Lweq richtig, da eine zeitliche Mittelung vorgenommen wird.


Hinweis:

Normen können kostenpflichtig über den BEUTH Verlag bezogen werden.