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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Gefährdung geht von einem 500 MHz-NMR-Gerät für Schwangere aus?

KomNet Dialog 4333

Stand:

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

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Frage:

Ich bin für die Betreuung eines 500 MHz-NMR-Gerätes zuständig. Dieses ist nicht abgeschirmt und weist am Arbeitsplatz ein Magnetfeld von mind. 1,5 Gauss = 0,15 mT auf. Nun bin ich in der 14 Woche schwanger und habe von unterschiedlichen Meinungen bzgl. der Gefährdung gehört. Können Sie mir Auskunft geben, ob ich ohne Bedenken weiterarbeiten kann?

Antwort:

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung für alle Arbeitsplätze durchzuführen. Unterstützt wird er dabei von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt. In der Gefährdungsbeurteilung werden auch die elektromagnetischen Felder mit einbezogen.

Für elektromagnetische Felder an Arbeitsplätzen gelten Grenzwerte gemäß der Berufsgenossenschaftlichen Vorschrift BGV B 11„Elekromagnetische Felder“. Des Weiteren enthält die „Verordnung über elektromagnetische Felder“ (26. BimSchV) Grenzwerte, die für alle Personen gelten. Spezielle Grenzwerte für werdende oder stillende Mütter gibt es nicht.

Für die Einhaltung der Grenzwerte müssen sowohl die statischen Magnetfelder als auch die magnetischen Wechselfelder betrachtet werden.

Die BGV B11 gibt für die statischen Felder folgende Grenzwerte an:
Mittelwert für 8 h - 212 mT
Spitzenwert für Kopf und Rumpf - 2 T
Spitzenwert für Extremitäten - 5 T

Die Grenzwerte magnetischer Wechselfelder sind abhängig von der Frequenz und der Expositionszeit. Die Effektivwerte der elektrischen und magnetischen Feldstärke sind durch mathematische Formeln zu ermitteln.
Der Arbeitgeber ist grundsätzlich verpflichtet, werdende oder stillende Mütter sowie die übrigen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmerinnen und, wenn ein Betriebs- oder Personalrat vorhanden ist, diesen über die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und über die zu ergreifenden Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu unterrichten (§ 2 Mutterschutzverordnung). Wir empfehlen, den Arbeitgeber darauf anzusprechen und ggf. nachzufragen, ob an Ihrem Arbeitsplatz der Grenzwert sicher eingehalten ist. Ist dies der Fall, bestehen gegen eine Weiterbeschäftigung keine Bedenken.


Stand: Mai 2006