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Gibt es aufgrund der Corona-Pandemie eine zu empfehlende Grundfläche pro Person in Büro- bzw. Pausenräumen?

KomNet Dialog 43327

Stand: 09.11.2020

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Epidemie, Pandemie

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Frage:

Gibt es aufgrund der Corona-Pandemie eine zu empfehlende Grundfläche pro Person in Büro- bzw. Pausenräumen?

Antwort:

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard veröffentlicht, der durch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel konkretisiert wird. Hier wird unter Pkt 2.8 hinsichtlich des erforderlichen Mindestabstands ausgeführt:

"Ein Abstand von mindestens 1,5 m zwischen Beschäftigten oder zwischen Beschäftigten und anderen Personen (zum Beispiel Kunden, Lieferanten, Beschäftigte anderer Arbeitgeber) vermindert das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2."


Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) hat in Bezug auf den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard branchenbezogene Handlungshilfen entwickelt. Darunter findet man auch Empfehlungen für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. In Bezug auf die Umsetzung ausreichender Schutzabstände in Großraumbüros wird dort u.a. ausgeführt:


"In Mehrpersonenbüros (bis 6 Personen), Gruppenbüros (bis 25 Personen) und Großraumbüros (ab 400 m²) sind Maßnahmen festzulegen, die die Anzahl ungeschützter Kontakte zwischen Personen (auch indirekter Kontakt über Oberflächen) sowie die Konzentration an luftgetragenen Viren in der Arbeitsumgebung soweit wie möglich verringern. Deshalb sollten bei der Belegung von Büros die oberen Richtwerte für den Flächenbedarf nach ASR A1.2 herangezogen werden (10 m² je Arbeitsplatz im Zellenbüro und 15 m² je Arbeitsplatz im Großraumbüro).


Insbesondere ist zu überprüfen, ob die vorzusehenden Schutzabstände von mindestens 1,5 m besser 2 m eingehalten werden. Übliche Büroarbeitstische haben eine Tiefe von 80 cm. Werden zwei Büroarbeitstische gegenüber angeordnet, so ergibt sich rechnerisch ein Abstand von 160 cm. Jedoch wird dieser Abstand häufig unterschritten, da sich Personen bei der Arbeit über die Tischfläche neigen. Durch zusätzliche Maßnahmen muss der Schutz der Beschäftigten somit erhöht werden.


zum Beispiel:

- Nur jeden zweiten Arbeitsplatz besetzen

- Abstände zwischen den Arbeitsplätzen erhöhen

- Arbeitsplätze versetzen

- Abtrennungen installieren

- Schichtbetrieb einführen

- Homeoffice und Telearbeitsplätze ermöglichen


Bei Neuanordnung der Arbeitsplätze im Raum ist auf die Einhaltung der Bewegungsfläche am Arbeitsplatz nach ASR A1.2 sowie der Verkehrs- und Fluchtwegbreiten nach ASR A1.8 und ASR A2.3 zu achten. Hierbei ist auch zu prüfen, dass die vorzusehenden Schutzabstände eingehalten werden. Dies gilt auch für Verkehrswege, die an Arbeitsplätzen vorbeiführen. Zur Wahrung des Schutzabstandes können auch organisatorische Maßnahmen sinnvoll sein, wie Einrichtung von „Einbahnstraßen“ oder Ausweichflächen entlang der Verkehrswege.


In Büroräumen sind Abtrennungen nur dann zu installieren, wenn die Abstandsregel (Schutzabstand mindestens 1,5 m) zwischen den Arbeitsplätzen aus betriebstechnischen Gründen nicht eingehalten werden kann.


Hinweis: Auszug von Anforderungen an Abtrennung nach SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel

- Abtrennungen aus transparentem Material sind zu bevorzugen, um erforderlichen Sichtkontakt und ausreichende Beleuchtungsverhältnisse sicherzustellen.

- Durch die Abtrennungen darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen. Dazu sind beispielsweise eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten und spitze Ecken oder scharfe Kanten zu vermeiden.

- Der obere Rand der Abtrennung muss für Sitzarbeitsplätze mindestens 1,5 m über dem Boden enden, für Steharbeitsplätze sowie bei Sitzarbeitsplätzen mit stehenden Kunden mindestens 2 m über dem Boden.

- Beide Seiten der Abtrennung sind arbeitstäglich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel zu reinigen.


Der dauerhafte Einsatz von Mund-Nase-Bedeckungen am Bildschirm- und Büroarbeitsplatz sollte vermieden werden"