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Wie lange darf eine Schwangere FFP1 oder FFP2 Masken am Stück und pro Arbeitstag tragen?

KomNet Dialog 43326

Stand: 07.11.2020

Kategorie: Besonders schutzbedürftige Personengruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

Dialog
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Frage:

Im Betrieb gilt als Schutzmaßnahme während der Corona-Pandemie eine Maskenpflicht. Wie lange darf eine Schwangere FFP1 oder FFP2 Masken am Stück und pro Arbeitstag tragen?

Antwort:

Speziell auf das Coronavirus bezogen hat das Land Nordrhein-Westfalen ein Informationsblatt "Arbeitsmedizinische Einschätzung zur Beschäftigung von schwangeren Frauen im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2/COVID-19" veröffentlicht. Insbesondere möchten wir folgende Informationen hervorheben:


"Die Entscheidung über zu ergreifende Schutzmaßnahmen für eine schwangere Frau ist immer eine Einzelfallentscheidung, die in Kenntnis des konkreten Arbeitsplatzes getroffen werden muss. Bei der Beurteilung sind auch die möglichen Gefährdungen durch das Coronavirus SARSCoV-2 einzubeziehen."


"Beschäftigung im Gesundheitswesen, in der Pflege und in ähnlichen Bereichen

In diesen Bereichen stellt der vom Mutterschutzgesetz geforderte Ausschluss einer unverantwortbaren Gefährdung eine arbeitsorganisatorische Herausforderung dar. Denn hier sind regelmäßige Kontakte zu ständig wechselnden Personen bzw. einer größeren Anzahl von Personen häufig. Schwangere Frauen, die im Gesundheitswesen, in der Pflege oder in ähnlichen Bereichen beschäftigt sind, dürfen jedenfalls keine Tätigkeiten an sog. Verdachtsfällen oder infektiösen Patienten oder auch infektiösen Materialien wie bspw. Laborproben verrichten. Denn dicht anliegende Atemschutzmasken (FFP2 / FFP3) schützen zwar (auch) die Trägerin vor einer möglichen Infektion, sind jedoch für schwangere Frauen nur bedingt geeignet, da sie aufgrund des Atemwiderstands in der Tragezeit zeitlich sehr begrenzt sind."


In Bezug auf die Tragezeit von FFP-Masken wird im Beschluss 609 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) unter Nr. 6.3.3 ausgeführt, dass FFP-Masken nur einen geringfügig erhöhten Atemwiderstand sowie ein geringes Gewicht aufweisen. Sie gehören der Atemschutzgeräte-Gruppe 1 an. Die Verwendung von Atemschutzgeräten unterliegt der Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit (PSA-Benutzerverordnung). Laut Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 erfordern, den Trägern eine arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten.


Informationen zur Tragedauer und notwendigen Pausen für FFP-Masken finden sich in der Tabelle in Anhang 2 (Tragezeitbegrenzung) der DGUV Regel 112–190 "Benutzung von Atemschutzgeräten". Die in Anhang 2 aufgelisteten Zeiten sind Anhaltswerte, bei deren Einhaltung im Allgemeinen die Überbelastung eines geeigneten Gerätträgers vermieden wird. Die Festlegung konkreter Tragezeiten erfordert eine spezifische Gefährdungsbeurteilung unter Einbeziehung eines Arbeitsmediziners. Die gilt insbesondere für Schwangere.