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Reicht ein Gesichtsvisier im Rahmen der Covid-19-Prävention als Mund-Nase-Bedeckung aus, wenn der Mindestabstand von 1,5 m zwischen zwei Kollegen nicht eingehalten werden kann?

KomNet Dialog 43177

Stand: 17.07.2020

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Epidemie, Pandemie

Dialog
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Frage:

Reicht ein Gesichtsvisier im Rahmen der Covid-19-Prävention als Mund-Nase-Bedeckung aus, wenn der Mindestabstand von 1,5 m zwischen zwei Kollegen nicht eingehalten werden kann?

Antwort:

Nein, ein Visier alleine ist nicht ausreichend. Siehe hierzu die Informationen der BAuA:


"Können Gesichtsschilde die Funktion einer eng anliegenden Mund-Nase-Bedeckung ersetzen?


Gesichtsvisiere, Gesichtsschutzschirme oder Face Shields können das Gesicht und eventuell durch ihre Länge oder Erweiterungsteile den Hals schützen. Gesichtsvisiere werden im Bereich des Infektionsschutzes z. B. bei Operationen, Untersuchungen oder der Zahnheilkunde eingesetzt, um den Eintrag von Infektionserregern über die Bindehäute der Augen oder die Schleimhäute von Mund und Nase zu verringern. Als persönliche Schutzausrüstung schützen sie vor Spritzern von außen (z. B. Blut). Gesichtsvisiere erfüllen bei Expositionen gegenüber erregerhaltigen Tröpfchen oder Aerosolen nicht die Funktion eines Atemschutzes. Dazu müssen sie ergänzend mit Atemschutz, z. B. filtrierenden Halbmasken getragen werden.


Ziel einer Mund-Nase-Bedeckung (MNB) ist es primär eine Freisetzung von SARS-CoV-2 über Tröpfchen, etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen in die Ausatemluft zu reduzieren. Sie dienen damit dem Drittschutz. Kommerziell und privat hergestellte MNB bestehen meist aus handelsüblichen Baumwollstoffen, die Mund und Nase relativ eng bedecken. Ihre Leckage wird im Wesentlichen über die Öffnungen zwischen MNB und Gesichtshaut bestimmt. Bei Gesichtsvisieren ist diese Öffnung sehr viel größer und teilweise nach vorn gerichtet, wodurch sie bestenfalls die großen Aerosoltröpfchen zurückhalten und die Auswurfweite von Aerosolen aus der Ausatemluft herabsetzen. Feine Aerosole gelangen durch die Strömungsverhältnisse durch den z.T. sehr großen Spalt zwischen Mund/Nase und dem Schutzschirm ungehindert in die Raumluft. Sie stellen daher keinen zur MNB vergleichbaren Drittschutz dar. (Stand: 20.05.2020)"


Allerdings sind im § 2 der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen die folgenden Ausnahmen formuliert:

"Dies gilt nicht für Kinder bis zum Schuleintritt und Personen, die aus medizinischen Gründen keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können. Die Verpflichtung nach Satz 1 (Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung - die Redaktion) kann für Inhaber, Leiter und Beschäftigte durch gleich wirksame Schutzmaßnahmen (Abtrennung des Arbeitsplatzes durch Glas, Plexiglas o.ä.), hilfsweise - falls das dauerhafte Tragen einer textilen Mund-Nase-Bedeckung zu Beeinträchtigungen führt – durch das Tragen eines das Gesicht vollständig bedeckenden Visiers ersetzt werden. Die Mund-Nase-Bedeckung kann vorübergehend abgelegt werden, wenn das zur Ermöglichung einer Dienstleistung oder ärztlichen Behandlung oder aus anderen Gründen (z.B. Kommunikation mit einem gehörlosen oder schwerhörigen Menschen, zur Einnahme von Speisen und Getränken in Zügen des Personenverkehrs) zwingend erforderlich ist. Personen, die eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung nicht beachten, sind von der Nutzung der betroffenen Angebote, Einrichtungen und Dienstleistungen durch die für das Angebot, die Einrichtung oder Dienstleistung verantwortlichen Personen auszuschließen."



Aktueller Hinweis:

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen veröffentlicht auf der Seite www.mags.nrw/coronavirus aktuelle Informationen zum Coronavirus.

Weitere aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie beim Robert Koch Institut und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Insbesondere weisen wir auf den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard hin.