Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Reicht ein Gesichtsvisier im Rahmen der Covid-19-Prävention als Mund-Nase-Bedeckung aus, wenn der Mindestabstand von 1,5 m zwischen zwei Kollegen nicht eingehalten werden kann?

KomNet Dialog 43177

Stand: 10.03.2021

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Epidemie, Pandemie

Dialog
Favorit

Frage:

Reicht ein Gesichtsvisier im Rahmen der Covid-19-Prävention als Mund-Nase-Bedeckung aus, wenn der Mindestabstand von 1,5 m zwischen zwei Kollegen nicht eingehalten werden kann?

Antwort:

Nein, ein Visier alleine ist nicht ausreichend. Siehe hierzu die Informationen der BAuA:


"Können Gesichtsschilde die Funktion einer eng anliegenden Mund-Nase-Bedeckung ersetzen?


Gesichtsvisiere, Gesichtsschutzschirme oder Face Shields können das Gesicht und eventuell durch ihre Länge oder Erweiterungsteile den Hals schützen. Gesichtsvisiere werden im Bereich des Infektionsschutzes z. B. bei Operationen, Untersuchungen oder der Zahnheilkunde eingesetzt, um den Eintrag von Infektionserregern über die Bindehäute der Augen oder die Schleimhäute von Mund und Nase zu verringern. Als persönliche Schutzausrüstung schützen sie vor Spritzern von außen (z. B. Blut). Gesichtsvisiere erfüllen bei Expositionen gegenüber erregerhaltigen Tröpfchen oder Aerosolen nicht die Funktion eines Atemschutzes. Dazu müssen sie ergänzend mit Atemschutz, z. B. filtrierenden Halbmasken getragen werden.


Ziel einer Mund-Nase-Bedeckung (MNB) ist es primär eine Freisetzung von SARS-CoV-2 über Tröpfchen, etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen in die Ausatemluft zu reduzieren. Sie dienen damit dem Drittschutz. Kommerziell und privat hergestellte MNB bestehen meist aus handelsüblichen Baumwollstoffen, die Mund und Nase relativ eng bedecken. Ihre Leckage wird im Wesentlichen über die Öffnungen zwischen MNB und Gesichtshaut bestimmt. Bei Gesichtsvisieren ist diese Öffnung sehr viel größer und teilweise nach vorn gerichtet, wodurch sie bestenfalls die großen Aerosoltröpfchen zurückhalten und die Auswurfweite von Aerosolen aus der Ausatemluft herabsetzen. Feine Aerosole gelangen durch die Strömungsverhältnisse durch den z.T. sehr großen Spalt zwischen Mund/Nase und dem Schutzschirm ungehindert in die Raumluft. Sie stellen daher keinen zur MNB vergleichbaren Drittschutz dar. (Stand: 20.05.2020)"


Allerdings sind im § 3 der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (Fassung vom 05.03.2021) Ausnahmen formuliert:

"(4) Von der Verpflichtung zum Tragen einer Maske ausgenommen sind

1. Kinder bis zum Schuleintritt,

2. Kräfte von Sicherheitsbehörden, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz in Einsatzsituationen

2a. Beteiligte an Prüfungen nach § 6 Absatz 2 und § 7 Absatz 1, wenn der Mindestabstand zu den anderen Personen im Raum eingehalten wird, sowie

3. Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können.

Das Vorliegen der medizinischen Gründe ist durch ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen, welches auf Verlangen vorzulegen ist."



Hinweise:

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen informiert unter www.mags.nrw/coronavirus zum Coronavirus. Die Informationen aller Bundesländer zu den Themen Corona-​Pandemie, SARS-​CoV-2 und COVID-​19 werden vom Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik veröffentlicht.

Weitere aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie u.a. beim Robert Koch Institut, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales und bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.