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Wieviele Quadratmeter müssen pro Person mindestens zu Verfügung stehen, um den Infektionsschutz aller gewährleisten zu können? Sollten alle Anwesenden Mund-Nase-Bedeckung tragen?

KomNet Dialog 43147

Stand: 06.07.2021

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Epidemie, Pandemie

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Frage:

Situation: In einem Büroraum müssen trotz Corona-Pandemie mehrere Personen tätig sein (Einzelbüros bzw. Mobiles Arbeiten nicht möglich). Frage: Wieviele Quadratmeter müssen pro Person mindestens zu Verfügung stehen, um den Infektionsschutz aller gewährleisten zu können? Sollten alle Anwesenden Mund-Nase-Masken tragen?

Antwort:

Frage 1:

In der ab dem 01.07.2021 geltenden SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ist die verbindliche Vorgabe einer Mindestfläche von 10 m² pro Person in mehrfach belegten Räumen entfallen. Jedoch gilt nach § 3 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung auch weiterhin, dass der Arbeitgeber alle geeigneten technischen und organisatorischen Maßnahmen zu treffen hat, um betriebsbedingte Personenkontakte zu reduzieren. Die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen ist auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren.


Zu § 3 steht im Referentenentwurf zur SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung, dass Betriebsbedingte Zusammenkünfte beispielsweise durch die Möglichkeit des Arbeitens von zu Hause auf das absolute betriebsnotwendige Maß zu beschränken sind. Kann dies nicht oder nur zum Teil umgesetzt werden, sind auf Grund des hohen Infektionsrisikos weitere Schutzmaßnahmen erforderlich. Insbesondere durch intensives und fachgerechtes Lüften kann eine Verringerung der Konzentration ausgeschiedener Viren bewirkt und damit das Infektionsrisiko in Räumen gesenkt werden. Die Installation von Abtrennungen, vorzugsweise aus transparentem Material, um die Atembereiche der Personen zu trennen, bietet einen Schutz für Tröpfcheninfektion, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann. Die negativen Auswirkungen von Trennwänden auf die Lüftung sind zu berücksichtigen.


Der Arbeitgeber hat die Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich zusätzlich erforderlicher Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes unter Berücksichtigung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel zu überprüfen und zu aktualisieren. Auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung hat der Arbeitgeber in einem Hygienekonzept die erforderlichen Maßnahmen zum betrieblichen Infektionsschutz festzulegen und umzusetzen.


Insbesondere möchten wir die Nummer 4.2.1 „Arbeitsplatzgestaltung“ der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel hervorheben.


Hinweis:

Auf die FAQ zur SARS-CoV-2-Arbeitschutzverordnung des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) möchten wir hinweisen.


Frage 2:

Hierzu ist in § 2 Absatz 2 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung nachzulesen:

"Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass ein Schutz der Beschäftigten durch technische und organisatorische Schutzmaßnahmen nicht ausreichend ist und das Tragen medizinischer Gesichtsmasken (Mund-Nase-Schutz) oder der in der Anlage bezeichneten Atemschutzmasken durch die Beschäftigten erforderlich ist, sind diese vom Arbeitgeber bereitzustellen. Die Beschäftigten haben die vom Arbeitgeber zur Verfügung zu stellenden Masken oder mindestens gleichwertige Masken zu tragen."


In der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel findet sich unter der Nummer 4.1 Absatz 3 und 4 noch Folgendes:

"(3) Soweit arbeitsbedingt die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann und technische Maßnahmen wie Abtrennungen zwischen den Arbeitsplätzen oder geeignete organisatorische Maßnahmen nicht umsetzbar sind, müssen die Beschäftigten mindestens MNS zum gegenseitigen Schutz tragen. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass ein Schutz der Beschäftigten durch MNS nicht ausreichend ist und Masken mit der Funktion des Eigenschutzes notwendig sind, sind die in Anhang 2 bezeichneten Atemschutzmasken bereitzustellen. Dies gilt insbesondere, wenn

1. bei ausgeführten Tätigkeiten mit einer Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist (zum Beispiel lautes Sprechen oder Singen oder andere Tätigkeiten, die aufgrund der Arbeitsschwere zu einem deutlich erhöhten Atemvolumen führen) oder

2. bei betriebsbedingten Tätigkeiten mit Kontakt zu anderen Personen eine anwesende Person keine Maske tragen muss.

(4) Müssen MNS oder Atemschutzmasken getragen werden, sind diese vom Arbeitgeber in ausreichender Menge bereitzustellen. Die Beschäftigten haben diese zu tragen"


Weitere Informationen finden sich unter der Nummer 4.2.13 Mund-Nase-Schutz, Atemschutzmasken und Gesichtsschutzschilde.


Hinweis:

Auf die branchenspezifische Handlungshilfe der VBG "SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard – Empfehlungen für die Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, Branche Bürobetriebe und Call Center" weisen wir hin.


Aktueller Hinweis:

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen veröffentlicht auf der Seite www.mags.nrw/coronavirus aktuelle Informationen zum Coronavirus.

Weitere aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie beim Robert Koch Institut und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.