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Ist in Bezug auf den Coronavirus bekannt, ob Krankheiten, die durch Tröpfcheninfektionen entstehen, auch über Klimaanlagen von Gebäuden oder Fahrzeugen verbreitet werden können?

KomNet Dialog 43102

Stand: 27.03.2020

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung > Klimaanlagen

Dialog
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Frage:

Ist in Bezug auf den Coronavirus bekannt, ob Krankheiten, die durch Tröpfcheninfektionen entstehen, auch über Klimaanlagen von Gebäuden oder Fahrzeugen verbreitet werden können?

Antwort:

Zu Klimaanlagen im Auto gibt es derzeit keine spezielle Empfehlung vom Robert-Koch-Institut (RKI). Orientieren kann man sich jedoch an Empfehlungen des RKI für Gebäude, die sich jedoch auf Räume beziehen, in denen sich Erkrankte in Quarantäne aufhalten sowie an der Empfehlung zu Lüftungsanlagen in Flugzeugen.


Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat für Räume, in denen sich infizierte Patienten in Quarantäne befinden, die Empfehlung gegeben, raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) auszuschalten, sofern eine Verbreitung auf andere Räume möglich ist. Eine Übertragung von luftgetragenen Krankheitserregern über RLT-Anlagen kann somit grundsätzlich nicht ganz ausgeschlossen werden und ist individuell zu bewerten.


In wie weit Tröpfcheninfektionen über Klimaanlagen von Gebäuden oder Fahrzeugen verbreitet werden können, hängt u. a. von folgenden örtlichen Gegebenheiten ab:

  • der technischen Ausstattung der Anlage (z.B. Filtertechnik und verwendete Filter, z.B. HEPA-Filter)
  • der Luftwechselrate sowie der Anteil von Frischluftzuführung bzw. Raumluftumwälzung
  • dem Hygienestatus (Wartungsintervall, Reinigungsintervall, Desinfektion der Anlage)
  • der geometrischen Gestaltung
  • der Luftbelastung beeinflusst durch z. B. Luftschadstoffe, Kundenverkehr, Anzahl der im Raum befindlichen Personen, Gebäude-/Raumnutzung


Lüftungsanlagen mit HEPA-Filtern können – unter Berücksichtigung der Luftwechselraten und regelmäßiger Reinigung – Tröpfchen oder in Tröpfchenkernen gebundene Influenza-Erreger effektiv zurückhalten. Nähere Informationen hierzu können dem Beschluss 609 "Arbeitsschutz beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenzades" des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) speziell zur Kabinenbelüftung von Flugzeugen entnommen werden.


Auf Grund der beengten Räumlichkeit in Flugzeugen ist der Übertragungsweg in diesem Fall jedoch eher durch eine direkte Tröpfcheninfektion gegeben.


Aktueller Hinweis:

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen veröffentlicht auf der Seite www.mags.nrw/coronavirus aktuelle Informationen zum Coronavirus.

Weitere aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie beim Robert Koch Institut und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.