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Was ist beim Einsatz eines diabeteskranken Mitarbeiters (durch Spritzen eingestellt) zu beachten?

KomNet Dialog 4293

Stand:

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Konsequenzen aus Befunden

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Frage:

Was ist beim Einsatz eines diabeteskranken Mitarbeiters (durch Spritzen eingestellt) zu beachten?

Antwort:

Beim Einsatz eines an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) erkrankten Menschen, der auf Behandlung durch Insulin-Spritzen angewiesen ist, ist in der Regel eine auf den einzelnen betroffenen Patienten bezogene ärztliche Stellungnahme erforderlich. Es ist immer  notwendig, ihm zu ermöglichen, unter hygienischen Bedingungen bei Bedarf die Spritzenbehandlung durchzuführen und ggf. auch zu sonst nicht üblichen Zeiten Nahrung zu sich zu nehmen.

Zuckerkranke können unter angemessener Therapie (einschließlich Insulin und Diät) und bei regelmäßiger Kontrolle oft ein weitgehend `normales` Leben führen und müssen dann auch z. B. bei der Arbeitsschwere wenig oder nicht eingeschränkt werden. Andererseits ist bei schlechter Einstellung und ungünstigem Verlauf mit z. T. lebensbedrohlichen Zuständen zu rechnen, z. B. bei `Unterzuckerung` , sodass dann z. B. Allein-Arbeit (auch Hausmeister, Wachdienst etc.) problematisch ist.

Im Einzelfall sind abhängig vom Verlauf mit schwerwiegenden Entgleisungen des Zuckerstoffwechsels Einschränkungen erforderlich z. B. bei Tätigkeiten, die die notwendige Diät gefährden (Gastwirt, Koch u. a.), bei stark wechselnder körperlicher Beanspruchung, bei Arbeit mit Absturzgefahr oder allgemein in Bezug auf die Eigen- und/oder Fremdgefährdung einschließlich Steuer-und Überwachungstätigkeiten.

Zu achten ist auch auf Folgen oder Begleiterkrankungen des Diabetes. Wenn schwerwiegende Veränderungen der Nerven oder der Gefäße vorhanden sind, können diese zu zusätzlichen notwendigen Einschränkungen führen. Für bestimmte Bereiche sind auch besondere Vorschriften zu beachten, z. B. bei der Personenbeförderung.

Stand: Juni 2006