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Wann ist ein Produkt (z.B. Ionisationsrauchmelder) bei der Entsorgung als radioaktiv anzusehen?

KomNet Dialog 4274

Stand:

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Umgang mit radioaktiven Stoffen

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Frage:

Wann ist ein Ionisationsrauchmelder bei der Entsorgung als radioaktiv anzusehen?

Antwort:

Grundsätzlich sind alle radioaktiven Stoffe, die aus genehmigungspflichtigem oder anzeigepflichtigem Umgang (1) stammen und entsorgt werden sollen, als radioaktiver Abfall zu behandeln und entweder an die Herstellerfirma zurückzugeben oder an die Landessammelstelle für radioaktive Abfälle abzuliefern. Die Ablieferungspflicht gilt nicht für Stoffe, die aufgrund von § 2 Atomgesetz (Begriffsbestimmungen) nicht radioaktiv im Sinne des Atomrechts sind. Als nicht radioaktiv gelten Stoffe, deren Aktivität oder spezifische Aktivität im Zusammenhang mit dem Strahlenschutz außer Acht gelassen werden kann. Die Aktivität oder spezifische Aktivität eines Stoffes kann außer Acht gelassen werden, wenn dieser festgelegte Freigrenzen (2) unterschreitet und der Stoff freigegeben ist. Die Freigabe ist ein Verwaltungsakt, der die Entlassung eines Stoffs aus dem Regelungsbereich des Atomrechts bewirkt. Die Freigabe erteilt die zuständige Behörde auf Antrag. Die Freigabe wird im Allgemeinen nur für radioaktive Abfälle erteilt, die aus dem Umgang mit „offenen“ radioaktiven Stoffen stammen. Für Instrumente, Geräte, Ionisationsrauchmelder usw., in die radioaktive Stoffe eingefügt sind, wird in der Regel keine Freigabe erteilt. Diese sind, wie oben beschrieben, zu entsorgen.

(1) Anzeigepflichtig nach Strahlenschutzverordnung von 1989

(2) Freigrenzen gemäß Anlage III, Tabelle 1, Spalte 2 und 3 der Strahlenschutzverordnung.

Weitere Informationen im Internet auch unter
http://www.abfallratgeber-bayern.de/arba/abfallinfo.nsf/4922D024C58F2D30C1256E750022DA8E/$file/rauch.pdf 
http://www.bayern.de/lfu/bestell/schadstelektroelektronikger.pdf




Stand: Mai 2006