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Muss Beschäftigten, die mehrmals täglich Fahrzeuge mit Benzin betanken, eine arbeitsmedizinische Vorsorge zum Thema Benzol angeboten werden?

KomNet Dialog 42594

Stand: 18.02.2019

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungspflichten

Dialog
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Frage:

In der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge werden Vorsorgeanlässe für Angebots- und Pflichtvorsorgen genannt. Dort wird z.B. auch eine Angebotsvorsorge beim Umgang mit Benzol genannt. Bei uns werden durch Mitarbeiter mehrmals täglich Fahrzeuge mit Benzin betankt, dabei kann es sein, dass der Mitarbeiter eine kleine Menge Benzindämpfe einatmet. Muss diesen Mitarbeitern zwingend eine Angebotsvorsorge zum Thema Benzol angeboten werden oder ist dies auch abhängig von den prozentualen Inhaltsbestandteilen im Gefahrstoff, hier Benzin? Kann der Vorgesetzte im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung aufgrund der sehr geringen Mengen auch zum Ergebnis kommen, dass eine Angebotsvorsorge nicht nötig ist?

Antwort:

Nein, eine arbeitsmedizinische Vorsorge ist hier nicht erforderlich. Siehe hierzu den Punkt 3 der DGUV Information 240-080 "Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 8 „Benzol“". Dort ist folgendes nachzulesen:


"Gemäß ArbMedVV hat der Arbeitgeber bei Tätigkeiten mit Benzol an Arbeitsplätzen, an denen der Arbeitsplatzgrenzwert nicht eingehalten wird oder direkter Hautkontakt besteht, regelmäßig arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen (Pflichtuntersuchungen).

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind anzubieten (Angebotsuntersuchungen), wenn eine Tätigkeit mit Benzol oder Gemischen, die Benzol enthalten, besteht.


Bei den in Abschnitt 4.1 beispielhaft aufgeführten „Arbeitsverfahren/-bereichen mit höherer Exposition“ sind in der Regel arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (Pflichtuntersuchungen) zu veranlassen."


Unter dem Punkt 4 steht noch folgendes:


"Die im Folgenden aufgelisteten Arbeitsverfahren/-bereiche und Tätigkeiten sind keine verbindliche und abschließende Auswahl von Arbeitsbereichen im Hinblick auf die Notwendigkeit arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen. Vielmehr wird mit der dortigen beispielhaften Aufzählung eine Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung gegeben, bei welchen Arbeitsverfahren/-bereichen oder Tätigkeiten eine Gefährdung aufgrund des Expositionsniveaus gegeben sein kann. Die Entscheidung, ob eine Vorsorgeuntersuchung zu veranlassen bzw. anzubieten ist, kann nur in Abhängigkeit von der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung vor Ort und somit bezogen auf den Einzelfall getroffen werden.

..."


Unter dem Punkt 4.3 Arbeitsverfahren/-bereiche und Tätigkeiten ohne Exposition wird u. a. die Tätigkeit des Tankwartes beim Betanken von Kraftfahrzeugen mit Kraftstoff für Ottomotoren genannt.