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KomNet-Wissensdatenbank

Darf ein Ersthelfer eine Zecke entfernen?

KomNet Dialog 42532

Stand: 06.12.2018

Kategorie: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Beauftragte / Bestellte > Ersthelfer / Betriebssanitäter

Dialog
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Frage:

Darf ein Ersthelfer eine Zecke bei einem Mitarbeiter und bei einem Schutzbefohlenen (Kindergartenkind, Schulkind, Mitarbeiter einer Werkstatt für behinderte Menschen) entfernen oder muss man dafür zum Arzt gehen?

Antwort:

In der DGUV Information 204-022 "Erste Hilfe im Betrieb" ist unter dem Punkt 2.3 u. a. folgendes nachzulesen:


"Unter der Ersten Hilfe im Betrieb sind dementsprechend Leistungen zu verstehen, durch die Verletzte und Erkrankte zur Abwendung akuter Gesundheits- und Lebensgefahren durch eigens dazu ausgebildete Helfer oder Helferinnen vorläufig versorgt werden. Zum Gebiet der Ersten Hilfe zählen nicht nur die im konkreten Fall durchzuführenden Maßnahmen, sondern auch alle organisatorischen Maßnahmen, Vorkehrungen, Einrichtungen, Sachmittel, die sie vorbereiten, ermöglichen und verbessern oder der Aufzeichnung dienen. Die Erste Hilfe ist eine wichtige Voraussetzung für die medizinische Rehabilitation. Stellt man die Gefahr, in der sich Verletzte befinden, in den Vordergrund der Betrachtung, so wird anstelle von Erster Hilfe von Rettung gesprochen. Die organisatorische Gesamtheit der Ersten Hilfe findet unter diesem Gesichtspunkt ihren Ausdruck in den Begriffen Rettungsdienst und Rettungswesen."


Unter dem Punkt 2.4 ist noch folgendes zu Sofortmaßnahmen nachzulesen:


"Einen besonderen Teil der Ersten Hilfe stellen die Sofortmaßnahmen dar, die bei lebensbedrohlichen Zuständen zu ergreifen sind.

Sofortmaßnahmen:


•Absichern der Unfallstelle

•Retten aus der Gefahrenzone

•Notruf absetzen

•Herz-Lungen-Wiederbelebung

•Maßnahmen bei starken Blutungen

•Maßnahmen bei Schock

•stabile Seitenlage"


Die Entfernung einer Zecke, gehört unserer Einschätzung nach, nicht zu dem Aufgabengebiet der Ersthelfer.


Hinweis:

Ob dies rechtlich möglich bzw. erlaubt ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Hierbei handelt es sich um eine rechtliche Frage, zu der wir keine Beratung anbieten. Entsprechende Anfragen sollten direkt an Angehörige der rechtsberatenden Berufe bzw. entsprechend autorisierte Stellen gerichtet werden.