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KomNet-Wissensdatenbank

Gefahrstoffe: müssen bei Tätigkeiten mit geringer Gefährdung Betriebsanweisungen erstellt werden?

KomNet Dialog 42413

Stand: 16.08.2018

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Betriebsanweisung, Unterweisung, Schulung

Dialog
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Frage:

Gefahrstoffe: Die Gefährdungsbeurteilung ergibt, das beim Umgang mit gekennzeichneten Gefahrstoffen nur eine geringe Gefährdung besteht (z.B. Methanol im µl-Bereich oder Kit-Komponenten, die allergische Hautreaktionen auslösen können). Die Mitarbeiter sind unterwiesen und befolgen alle notwendigen Schutzmaßnahmen, wie z.B. Tragen der PSA, Arbeiten unter dem Abzug usw. Eine Aufnahme dieser Stoffe/Gemische ins Gefahrstoffverzeichnis entfällt. Müssen hier trotzdem Betriebsanweisungen erstellt werden?

Antwort:

Nein, es müssen keine Betriebsanweisungen erstellt werden.


In der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist in § 6 Absatz 13 folgendes nachzulesen:


"Ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung für bestimmte Tätigkeiten auf Grund

1.der gefährlichen Eigenschaften des Gefahrstoffs,

2.einer geringen verwendeten Stoffmenge,

3.einer nach Höhe und Dauer niedrigen Exposition und

4.der Arbeitsbedingungen

insgesamt eine nur geringe Gefährdung der Beschäftigten und reichen die nach § 8 zu ergreifenden Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten aus, so müssen keine weiteren Maßnahmen des Abschnitts 4 ergriffen werden."


Die Pflicht zur Erstellung einer Betriebsanweisung wird in Abschnitt 4 § 14 genannt.


In der TRGS 555 "Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten" ist unter Punkt 1 Anwendungsbereich noch folgendes nachzulesen:


"(2) Diese TRGS findet keine Anwendung wenn sich nach § 6 Absatz 13 GefStoffV aus der Gefährdungsbeurteilung für eine bestimmte Tätigkeit insgesamt eine nur geringe Gefährdung der Beschäftigten ergibt und die nach § 8 ergriffenen Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten ausreichen."