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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Vorschriften sind bei der Lagerung von leichtentzündlichen Flüssigkeiten in Eisenbahn-Kesselwagen einzuhalten?

KomNet Dialog 4241

Stand: 21.06.2006

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Sprengstoffe, Pyrotechnik

Dialog
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Frage:

Welche Vorschriften sind hinsichtlich Lagern und Explosionsschutz von R11-Flüssigkeiten in mehreren großen Eisenbahn-Kesselwägen (10 Stück zusammenhängend) einzuhalten? Der Lagerort ist ein Firmengelände. Sind die Schutzbereiche (TRbF 20) erforderlich? Wie ist das `Nichtvorhandensein` von Auffangwannen zu sehen? Muss ein Ex-Schutz-Dokument erstellt werden?

Antwort:

Nach der Fragestellung handelt es sich nicht um ein kurzzeitiges Abstellen von Eisenbahnkesselwagen (EKW) in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Füllen oder Entleeren.

Das sonstige vorübergehende Abstellen von EKW (als Unterbrechung des Transportvorganges von der Füllstelle zum Verwender) unterliegt dem Gefahrguttransportrecht. Hier kann man allenfalls über den Begriff vorübergehend, d.h. über den zulässigen Zeitraum diskutieren. Ein Abstellen bis zu 24 Std. stellt noch keine Lagerung dar.

Sollen die EKW die Funktion von Lagerbehältern übernehmen, so liegt bei leicht entzündlichen Flüssigkeiten in jedem Fall eine erlaubnisbedürftige Anlage vor, da die Grenze von 10.000 l überschritten wird. Auf einem Betriebsgelände in der Chemischen Industrie dürfte sogar das BImSchG bzw. die StörfallV greifen.

Ob eine solche Lagerung überhaupt genehmigungsfähig ist - im Technischen Regelwerk wird der Fall nicht beschrieben -, ist in hohem Maße zweifelhaft, da eine ganze Reihe von Grundanforderungen (Brandschutz, Gewässerschutz, ...) nicht gewährleistet sind. Der Antragsteller müsste in jedem Fall selbst zunächst die Gleichwertigkeit der von ihm getroffenen Maßnahmen (im Vergleich zur Lagerung in ortsfesten Tanks) im Genehmigungsverfahren nachweisen.

Die Diskussion ist bekannt von EKW für brennbare Gase wie Propan oder Butan; hier haben teils die EKW beim Kunden (einem Händler) die Funktion der Lagerung übernommen, indem sie z.B. über eine Woche hinweg schrittweise entleert wurden und so den Lagerbehälter ersetzt haben. Daraus resultierten ganz spezifische Anforderungen.

Stand: April 2006