Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Schließt eine Maskenpause (Sanierungsbereich mit Einsatz von Atemschutz) die gesetzliche Ruhepause mit ein?

KomNet Dialog 42400

Stand: 14.08.2018

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) / Schutzkleidung > Benutzung von PSA

Dialog
Favorit

Frage:

Schließt eine Maskenpause (Sanierungsbereich mit Einsatz von Atemschutz) die gesetzliche Ruhepause mit ein? Konkreter Fall: Eine Person hat während einer 8 Stunden-Schicht insgesamt 3 Maskenpausen á 30 Minuten ...insgesamt also 90 Minuten. Kommt in diesem Fall die gesetzliche Ruhepause noch oben drauf oder ist die gesetzlich vorgeschriebene Ruhepause von 30 Minuten damit schon abgegolten? Weitere Frage: Können innerhalb der sogenannten Maskenpausen "leichte Tätigkeiten" durchgeführt werden (z.B. Maskenpflege/-reinigung)? ...je nach Beantwortung der vorherigen Frage vielleicht in den 2 anderen Maskenpausen?

Antwort:

Bei der sogennanten Maskenpause handelt es sich um eine Tragzeitbegrenzung der Atemschutzmaske. Hierzu schreibt das Sachgebiet Atemschutz der DGUV in den FAQ's auf die Frage Wo findet man Hinweise zur Tragezeitbegrenzung von Atemschutzgeräten? folgendes:


"Die Tragezeitbegrenzung ergibt sich aus der tätigkeitsbezogenen Gefährdungsbeurteilung, bei der zweckmäßigerweise der Arbeitsmediziner eingebunden wird. Hinweise zur Tragezeitbegrenzung sind in der DGUV Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" enthalten."


Unter dem Punkt 3.2.2 der DGUV Regel 112-190 ist folgendes nachzulesen:


"Tragezeitbegrenzungen sollen eine Überbeanspruchung des Gerätträgers vermeiden. Sie gelten nur für Arbeitseinsätze nach Betriebsanweisung, nicht aber für Einsätze in Notfällen, z.B. Rettung von Menschen, Brandbekämpfung, Beseitigung von Gasaustritten sowie bei Flucht oder Selbstrettung.


Die Arbeitsbedingungen beeinflussen die Einsatzdauer, die erforderliche Erholungsdauer sowie die Anzahl der Einsätze pro Schicht. Neben der gerätebedingten Belastung, z.B. Gewicht, Atemwiderstand, Klima im Gerät, sind weitere Arbeitserschwernisse,

z.B. Umgebungsklima, Arbeitsschwere, Körperhaltung, räumliche Enge, festzustellen und zu berücksichtigen. Außerdem sind persönliche Faktoren des Gerätträgers zu beachten.


Die Festlegung konkreter Tragezeiten erfordert eine tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung unter Einbeziehung eines Arbeitsmediziners.


Praxisnahe Belastungsübungen sind durch den Unternehmer gesondert zu regeln.


Die in Anhang 2 aufgelisteten Zeiten sind Anhaltswerte beim Einsatz von Atemschutzgeräten, bei deren Einhaltung im Allgemeinen die Überbelastung eines geeigneten Gerätträgers vermieden wird.


Anhaltswerte für Tragedauern werden in Anhang A 2 beschrieben."


Die Ruhepause ergibt sich aus § 4 Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Hier ist folgendes nachzulesen:


"Die Arbeit ist durch im voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen. Die Ruhepausen nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden."


Wenn die in § 4 ArbZG genannten Kriterien eingehalten werden kann die Tragzeitbegrenzung auch als Ruhepause angesehen werden.


Es ist durchaus möglich während der Tragzeitbegrenzung andere leichte Tätigkeiten durchzuführen. Die DGUV Regel 112-190 schließt lediglich das Tragen von Atemschutzmasken während dieser Zeit aus.