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KomNet-Wissensdatenbank

Gelten die in der BGR 120 aufgestellten Richtlinen für Laboratorien auch für die in Abwasserreinigungsanlagen befindlichen Untersuchungsräume?

KomNet Dialog 4235

Stand: 25.12.2010

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (5.)

Dialog
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Frage:

Gelten die in der BGR 120 aufgestellten Richtlinen für Laboratorien im vollen Umfang auch für die in Abwasserreinigungsanlagen befindlichen Untersuchungsräume? In der Regel finden in diesen Einrichtungen analytische Versuche in Form von sog. Schnelltests (Küvettentests) mit rel. geringen Chemikalienmengen statt. Was sind die Anforderungen an den auf Kläranlagen oft im freien Feld aufgestellten Messcontainer? In diesen Einrichtungen sind sog. Analysatoren zur Online-Analytik untergebracht. Es werden hier z. B. Schwefelsäure und Natronlauge in Gebinden von 10 l verwendet. Müssen diese Messcontainer mit Körperduschen, Augenspüleinrichtungen, Sicherheitsschrank, nach außen öffnender Tür mit Fensterausschnitt und Personennotruf , ausgestattet sein? In der Regel befindet sich in den Messcontainern kein Anschluss für fließendes Wasser.

Antwort:

Der Anwendungsbereich der BGI 850-0 "Sicheres Arbeiten in Laboratorien" umfasst "Laboratorien, in denen nach chemischen, physikalischen oder physikalisch-chemischen Methoden präparativ, analytisch oder anwendungstechnisch gearbeitet wird". In der Durchführungsanweisung ist der Begriff Laboratorien weiter erläutert: "Laboratorien sind Arbeitsräume, in denen Fachleute oder unterwiesene Personen Versuche zur Erforschung oder Nutzung naturwissenschaftlicher Vorgänge durchführen".
Diese Definition trifft auf Räume, in denen Standardanalytik der Betriebsüberwachung, z. B. mit Küvettentest, durchgeführt wird, nicht zu. Gleiches gilt beispielsweise in Containern zur automatischen Probenahme oder Online-Analytik. Insofern gelten auch die Festlegungen der BGR 120 nicht im vollen Umfang.

Die Grundregeln zum Umgang mit Gefahrstoffen, die sich vor allem nach dem Abschnitt 4 "Schutzmaßnahmen" der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) richten, sind selbstverständlich zu beachten. Dazu gehören z. B. Aufbewahrung/Lagerung, Persönliche Schutzausrüstung, Betriebsanweisungen und Unterweisungen. Die konkreten Maßnahmen muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festlegen.

In Abwasser-Laboren, die z. B. DIN-Untersuchungen zur CSB-Bestimmung durchführen, ist die BGI 850-0 natürlich anzuwenden.