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KomNet-Wissensdatenbank

Ist das beschriebene Schichtmodell für einen Rettungsdienst zulässig?

KomNet Dialog 42279

Stand: 07.05.2018

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > Schichtarbeit

Dialog
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Frage:

Die Beschäftigten unserer Rettungswache arbeiten in einem Schichtmodell. Der sogenannte Tagdienst umfasst dabei die Zeit von täglich 07:00 Uhr-19:00 Uhr (12 Stunden). Der Nachtdienst erfasst die Zeit von 19:00 Uhr – 07:00 Uhr (ebenfalls 12 Stunden). Folgendes Schichtmodell ist vorgeschlagen: 3 Tag-Dienste (a 12 Stunden, einschl. Bereitschaftsdienst), 3 Nacht-Dienste (a 12 Stunden, einschl. Bereitschaftsdienst), 3 freie Dienste, 2 Tag-Dienste (a 12 Stunden einschl. Bereitschaftsdienst), 2 Nacht-Dienste (a 12 Stunden einschl. Bereitschaftsdienst), 7 freie Dienste. Danach erfolgt das Schichtmodell von vorne. Nun die Frage: Ist ein solches Schichtmodell möglich? Von meiner Seite wird die Auffassung vertreten, dass dies möglich ist, da in einem Ausgleichszeitraum (hier fast drei Wochen) die Höchstarbeitszeit nicht überschritten wird.

Antwort:

Grundlage für eine solche Schichtplangestaltung ist § 7 ArbZG in Verbindung mit einem geltenden Tarifvertrag.

Hier sollte auf jeden Fall eine Gefährdungsbeurteilung für die Arbeitszeitgestaltung durchgeführt werden, da es je nach Arbeitsaufkommen sehr schnell zu einer Überlastung der Mitarbeiter kommen kann.


Weiterhin besteht in § 7 ArbZG die Grundforderung, dass "in die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst fällt". Diese Begriffe sind im Gesetz nicht definiert. In den Kommentaren, z. B. Anzinger/ Koberski heißt es, dass bei 12-Stunden-Schichten der Anteil an Bereitschaftszeit mindestens 30 % betragen muss.


Wenn diese Bedingungen gegeben sind, entspricht die genannte Schichtplangestaltung den Vorschriften.