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KomNet-Wissensdatenbank

Benötigen Personen, die einen Niederhubwagen mit elektrischem Antrieb und einem Bedienerstandplatz besitzen, zum Führen des Gerätes einen Staplerschein?

KomNet Dialog 4216

Stand: 23.08.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

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Frage:

Benötigen Personen, die einen Niederhubwagen (Ameise) mit elektrischem Antrieb und einem Bedienerstandplatz besitzen, zum Führen des Gerätes einen Fachkundenachweis, z.B. Staplerschein? Oder ist eine Unterweisung mit Einweisung in die Bedienung des Gerätes ausreichend?

Antwort:

Der von Ihnen beschriebene Niederhubwagen mit elektrischem Antrieb fällt unter die GUV-V D 27.1 Flurförderzeuge. In § 21 des Abschnittes 4 ist festgelegt: "Flurförderzeuge mit Fahrersitz oder Fahrerstand dürfen nur von mindestens 18 Jahre alten geeigneten Personen geführt werden, die in der Führung ausgebildet sind, dem Unternehmer oder dessen Beauftragten ihre Fähigkeit im Fahren nachgewiesen haben und von ihm ausdrücklich mit der Führung beauftragt sind". Vergleiche auch § 7 derBGV D 27 - Flurförderzeuge.

Der Unternehmer hat dafür Sorge zu tragen, dass das von Ihm eingesetzte Personal, Sachkundig unterwiesen ist. Eine Unterweisung in die Bedienung des Gerätes ist nicht mit einem Sachkundelehrgang gleichzusetzen, da der sichere Umgang mit dem Flurförderzeug nur ein geringer Teil des Sachkundelehrganges selbst ist.

Die Ausbildung dieser Personen wird in der BGG 925 - Ausbildung und Beauftragung der Fahrer von Flurförderzeugen mit Fahrersitz und Fahrerstand - geregelt. Sie gilt für Flurförderzeuge mit Fahrersitz oder -stand. Für Flurförderzeuge die durch einen mitgehenden Fahrer (Mitgänger) gesteuert werden, findet die BGG 925 keine Anwendung. Auf Grund der geringen Fahrgeschwindigkeit bei Mitgängern, genügt einen Unterweisung in der Handhabung des Gerätes (Ziffer 1.2 BGG 925).