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Ab welchem Volumen eines wassergefährdenden Stoffes muss dieser innerbetrieblich auf eine Auffangwanne gestellt werden?

KomNet Dialog 4186

Stand: 25.07.2013

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen

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Frage:

Ab welchem Volumen eines wassergefährdenden Stoffes muss dieser innerbetrieblich auf eine Auffangwanne gestellt werden ?

Antwort:

Der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in Anlagen ist in der VAwS - Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe Vom 20. März 2004 letzte Änderung 11.12.2007 (http://www.lua.nrw.de/wasser/gesetze.htm) geregelt.

Grundsätzlich gilt folgendes:

§ 3 Abs. 2 VAws

Anlagen müssen so beschaffen sein und betrieben werden, dass
1. wassergefährdende Stoffe nicht austreten können. Anlagen müssen dicht, standsicher und gegen die zu erwartenden mechanischen, thermischen und chemischen Einflüsse hinreichend widerstandsfähig sein;
2. Undichtheiten aller Anlagenteile, die mit wassergefährdenden Stoffen in Berührung stehen, schnell und zuverlässig erkennbar sind;
3. austretende wassergefährdende Stoffe schnell und zuverlässig erkannt und zurückgehalten werden. Im Regelfall müssen die Anlagen, sofern sie nicht doppelwandig und mit einem Leckanzeigegerät versehen sind, mit einem dichten und beständigen Auffangraum ausgerüstet werden. Das Rückhaltevolumen muss dem bei Betriebsstörungen maximal freisetzbaren Volumen der Stoffe entsprechen. Auffangräume dürfen nur in Ausnahmefällen Abläufe haben, wenn sichergestellt ist, dass die im Schadensfall austretenden Stoffe zurückgehalten werden.
4. im Schadensfall anfallende Stoffe, die mit ausgetretenen wassergefährdenden Stoffen verunreinigt sein können, zurückgehalten werden können.§ 3 Abs. 6 VAws
Ein Rückhaltevolumen ist bei oberirdischen Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen der WGK 2 und 3 bis einschließlich eines Anlagenvolumens von 0,1 m3 oder der WGK 1 bis einschließlich eines Auffangvolumens von 1 m3 nicht erforderlich, sofern sich diese auf einer befestigten Fläche befinden oder die Leckerkennung jederzeit durch infrastrukturelle Maßnahmen gewährleistet ist
Für die Lagerung in Schutzgebieten gelten weitergehende Anforderungen, die in der Regel in der Schutzgebietsverordnung festgelegt sind.

Anforderungen an die Lagerung können in der Regel auch den Stoffdatenblättern (Sicherheitsdatenblättern) oder aus Stoffdatenbanken, wie z.B. Gestis entnommen werden.

Wir empfehlen für weitergehende Fragen sich direkt an die zuständige Wasserbehörde des Kreises zu wenden.