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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen Quetschstellen auf dem Laufsteg zu einem flurgesteuerten Brückenkran abgesichert werden?

KomNet Dialog 4172

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

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Frage:

Ein alter Brückenkran wird verschrottet und durch einen neuen ersetzt. Der Kran wird mittels Funk flurgesteuert. Auf Höhe der Schienen (8 m über Flur) befindet sich parallel dazu ein Laufsteg mit Aufstieg zur Kranbahn. Dieser Laufsteg bildet an jeder Hallenstütze mit dem Kran eine Quetschstelle (ca. 0,1 m Spalt). Der Laufsteg dient ausnahmslos dem jederzeitigen Erreichen des Kranes. Inwieweit muss die Kranbewegung bezüglich dieser Quetschstellen abgesichert werden, oder greift hier die Ausnahmeregelung des § 11(1) BGV D6 ?

Antwort:

Quetschstellen, insbesondere auf frei zugänglichen Laufstegen müssen grundsätzlich abgesichert werden.
Da der Kran ohne Sicht auf den Laufsteg verfahren werden kann, ist ein entsprechender Unfall mit Quetschung an der nur 0,1 m breiten Stelle ohne Frage möglich. Auch die Argumentation, dass nur das Kranpersonal bei einer Störung diesen Laufsteg nutzt, reicht nicht aus, da dieses nicht 100 %-ig sicher ist. (Bsp. Elektriker führen Reparaturarbeiten an Leitungen durch, die an der Hallenwand verlegt sind).
Auch ohne die konkrete Situation vor Ort zu kennen, gehen wir davon aus, dass die unter § 11 BGV D 6 Krane genannten Ausnahmen hier nicht greifen.
Wir empfehlen, dass Sie mit Ihrer Berufsgenossenschaft und der Arbeitsschutzbehörde Kontakt aufnehmen und der Sachverhalt im Rahmen einer vor Ort Besichtigung abschließend geklärt wird.


Stand: April 2006